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VERMI-Workshop zum Thema "Quellenpräparation in der Radionuklidmetrologie"

21.03.2007

Im Rahmen des Virtual European Radionuclide Metrology Institute (VERMI) wurde im November 2007 ein dreitägiges Treffen in Braunschweig mit Teilnehmern der Institute LNE-LNHB (Frankreich), NPL (Großbritannien), IRMM (Europäische Kommission) und PTB (Deutschland) veranstaltet. VERMI wurde von den genannten Instituten ins Leben gerufen, um vor allem das über Jahrzehnte erworbene Wissen im Bereich der Radionuklidmetrologie in Europa zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden von VERMI bereits mehrere Workshops veranstaltet, darunter mehrtägige Blockveranstaltungen in Paris, Geel und Warna, die ein intensives Trainingsprogramm mit den Schwerpunkten in den Bereichen Primär- bzw. Sekundärnormalmessverfahren beinhalteten.

Der nun in der PTB organisierte Workshop war ausschließlich der Präparation von radioaktiven Quellen gewidmet. Die Quellenpräparation spielt bei Aktivitätsmessungen eine fundamentale Rolle, da Präparationstechniken und die Eigenschaften der Quellen die Unsicherheiten der Aktivität maßgeblich beeinflussen. Die Quellen für die klassische Koinzidenzmessung werden z.B. durch Auftropfen gewogener Mengen einer radioaktiven Lösung auf eine sehr dünne Folie hergestellt. Bei der Herstellung wird meistens eine möglichst geringe Absorption ionisierender Strahlung innerhalb der Quelle sowie eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Aktivität über die aktive Quellfläche angestrebt. Die Quelleigenschaften hängen u.a. sehr stark von der Vorbehandlung der Unterlage, dem Eintrocknungsprozess und von chemischen Aspekten ab.

Im Rahmen des Workshops fand ein intensiver Erfahrungsaustausch statt, der insbesondere durch gemeinsame praktische Versuche gefördert wurde. Im Rahmen von Demonstrationen im Labor konnten wichtige Details erörtert und unterschiedliche Ansätze bei der routinemäßigen Quellenherstellung der Teilnehmer diskutiert werden. Ein Schwerpunkt waren Experimente mit einem vom IRMM bereitgestellten Probentrockner sowie die Diskussion der Vor- und Nachteile der Gefriertrocknung.

Weitere Themen waren die Herstellung dünner Quellen mittels elektrolytischer Abscheidung, Quellen für Flüssigszintillationszählung, Wägeprozeduren, die Charakterisierung und Bewertung von Quellen z.B. durch Autoradiographie-Verfahren und Mikroskopie, chemische Fragestellungen und Unsicherheiten. Auch die Probenherstellung in der Umweltradioaktivität und die Herstellung radioaktiver Gasquellen wurden behandelt.

Im Rahmen der Veranstaltung erfolgten außerdem Laborbesichtigungen und ein reger Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten, die sich vor allem einen Fortbestand der Kontakte und weitere ähnliche Treffen wünschen.