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Digitaler Kalibrierschein

Der Kalibrierschein ist gemäß ISO 17025 das Hauptkommunikationsmittel in der Kalibrierhierarchie, bzw. der Qualitätsinfrastruktur. Im Zuge der digitalen Transformation muss dieser daher zwingendermaßen entsprechend angepasst werden. Geplant ist die Definition eines digitalen Austauschdokuments auf Basis eines XML/ DTD-Schemas. Der prinzipielle Aufbau ist dabei folgendermaßen geplant: In einem stark reglementierten Bereich werden allgemeine Informationen, bspw. Hersteller, Kalibrierlabor, Datum, Datenformat, etc., abgelegt; ein mäßig reglementierter Bereich enthält die Messergebnisse der Kalibrierung (mindestens in SI-Einheiten) und eine Reihe von Konventionen; ein weitestgehend unreglementierter Bereich enthält schließlich alle weiteren weiterzugebenden Informationen, wie zum Beispiel die Messwerte.

Direkter Ansprechpartner: Opens window for sending emailDr. Siegfried Hackel

Aufbau des digitalen Kalibrierscheins

Der digitale Kalibrierschein selbst ergibt sich im PTB-Konzept als ein wesentliches, vermittelndes Element in der gesamten „Wertschöpfungskette“. Geplant ist die Definition eines digitalen Austauschdokuments auf Basis eines XML/ DTD-Schemas. Der prinzipielle Aufbau ist dabei folgendermaßen geplant: In einem stark reglementierten Bereich werden allgemeine Informationen, bspw. Hersteller, Kalibrierlabor, Datum, Datenformat, etc., abgelegt; ein mäßig reglementierter Bereich enthält die Messergebnisse der Kalibrierung (mindestens in SI-Einheiten) und eine Reihe von Konventionen; ein weitestgehend unreglementierter Bereich enthält schließlich alle weiteren weiterzugebenden Informationen, wie zum Beispiel die Messwerte. Die Reglementierung ergibt sich dabei aus einem gemeinsam zu erarbeitenden Standard. Der digitale Kalibrierschein soll so ausgelegt sein, dass

  • alle notwendigen Informationen automatisiert erfasst und ausgelesen werden können;
  • Manipulationen durch „security-by-design“Maßnahmen verhindert werden;
  • alle Veränderungen nachvollziehbar dokumentiert werden;
  • die Entwicklung von Software für die Verwendung der Informationen so einfach wie möglich gemacht wird;
  • eine Einbindung in Datenbank-basierte Dokumentensysteme ermöglicht wird;
  • bestehende Standards für die Kommunikation in IIoT und CPS berücksichtigt werden.

Anwendung des digitalen Kalibrierscheins

Zukünftig werden die Kalibrierdienstleistungen der PTB zunehmend mit dem Management des Austauschs umfangreicher, digitaler Inhalte aller Art zwischen Antragsteller/Auftraggeber und PTB gefordert sein. Dabei müssen digitale Schnittstellen so entwickelt werden, dass Authentizität und Vollständigkeit der übertragenen Daten, Datensicherheit und Schutz vor Manipulation sowie die Sicherung der Geheimhaltung gewährleistet sind. 

Das Projekt „Digitaler Kalibrierschein“ sieht entsprechend vor, ein Web-Portal für die Ticketbasierte Auftragsabwicklung zu entwickeln, welches die eingereichten digitalen Inhalte automatisiert auf Plausibilität und Vollständigkeit prüft. Das Ticket-System erlaubt dann die Entwicklung eines Systems zur Online-ProzessMitverfolgung für den Kunden. PTB-intern sichert darüber hinaus ein geeignetes „customer relation management“-System für die dienstleistungsorientierten Bereiche eine effiziente Aufgabenverteilung. Die Entwicklung einer vollständig digitalen Arbeitsweise mit standardisierten Komponenten soll die automatisierte Erstellung von Zertifikatsentwürfen auf Grundlage der zur Verfügung stehenden technischen Inhalte und Dokumente, eine digitale Übermittlung des Prüfbescheids, bzw. Zertifikats, sowie den Aufbau einer Datenbank für geprüfte Geräte erlauben. Dabei spielen Authentizität und kryptographische Sicherung, beispielsweise mittels eines digitalen Signaturmanagements, eine entscheidende Rolle. Mit der EU-Verordnung eIDAS-VO 910/2014 wurde kürzlich der rechtliche Rahmen für die europaweite Anerkennung und rechtliche Einordnung digitaler Signaturen und Siegel gelegt. Damit ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für den rein digitalen Austausch von Zertifikaten und Kalibriernachweisen, die in einem digitalen Kalibrierschein für alle Partner rechtssicherem und IT-sicherem Rahmen realisiert werden können. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachbereich „Metrologische Informationstechnik“ und dem BSI geplant.

Des Weiteren ist geplant die für die Einführung eines digitalen Dokumentenmanagementsystems („E-Akte“) definierten Prozessabläufe auf Verknüpfungen zu dem hier angeführten Konzept eines digitalen Kalibrierscheins zu analysieren. Somit soll eine frühzeitige Integration in die digital transformierten Prozesse der PTB gesichert werden.