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MetroSommer 2017 - Dein genauester Sommer!

Erfahrungsberichte von Praktikanten und Praktikantinnen des MetroSommers 2017

Luisa Fleig

Seit einem Jahr bin ich nun Mitglied im juFORUM, vor etwa einem halben Jahr schickte Michael To Vinh eine Praktikumsausschreibung über den Verteiler: „MetroSommer – Dein genauester Sommer“. Das weckte mein Interesse.

Die PTB, das ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, das nationale Metrologie-Institut Deutschlands, stellte 20 kleine Forschungsprojekte aus dem MINT-Bereich vor, die man in 2 Monaten den Sommer über bearbeiten konnte. Drum herum wurde ein Rundum-sorglos-Paket von der Wohnung bis hin zu einem wöchentlichen Seminar organisiert. Insgesamt stellten sich 11 Praktikanten dieser Herausforderung, darunter war auch Leo Herrmann, den ich schon über das juFORUM kennengelernt habe.

Mit etwas Glück erhielt ich mein Wunschprojekt, es sollte um die Kalibrierung von vektoriellen Netzwerkanalysatoren gehen. Dass ich davon zunächst noch überhaupt keine Ahnung hatte, war kein Problem, meine Mentoren nahmen sich viel Zeit, mir alles zu erklären. Auch von der PTB hatte ich bis jetzt noch nie etwas gehört. Oder stellt ihr euch Fragen wie: „Was ist ein Meter?“; „Woher kommt die Zeit?“; oder „Wie kann ich mir sicher sein, dass ein Bluttest beim Arzt das Richtige misst?“. Das sind alles Alltagsfragen, die wir ganz selbstverständlich als gegeben hinnehmen und hinter der die Arbeit der PTB steckt.

Zu den Aufgaben der PTB zählen unter anderem die Darstellung und Weitergabe der Einheiten, d.h. der Entwicklung von nationalen Normalen dieser Einheiten und die Weitergabe der Einheit z.B. an die Industrie mittels Transfernormalen.

In meinem Projekt ging es also um vektorielle Netzwerkanalysatoren. Sie messen das Verhältnis zwischen hin- und rücklaufenden hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, den sogenannten Reflektionsfaktor. Bei der Messung werden die wahren Werte der Probe durch Reflektionen an den Messkabeln und Adaptern verfälscht. Durch Messung von geeigneten Referenzobjekten und durch mathematische Modellierung sollten in meinem Projekt diese Fehlerterme berechnet werden, um anschließend aus den Messwerten die wahren Werte berechnen zu können.

Dass ich über mein eigenes Thema an dieser Stelle nicht mehr berichten kann, liegt an einem weiteren Vorteil des Praktikums: man steht in direktem Austausch mit den Wissenschaftlern der PTB und arbeitet an aktuellen Forschungsprojekten mit, die mit etwas Glück auch von der jeweiligen Arbeitsgruppe publiziert werden können.

Um nicht nur den eigenen Fachbereich und das eigene Projekt kennenzulernen, hatten wir jeden Donnerstag die Gelegenheit, den Fachbereich eines Mitpraktikanten vorgestellt zu bekommen, inklusive Führung durch die dortigen Labore. Besonders beeindruckt haben mich die optischen Gitteruhren, die Cäsiumuhren und die schallgedämpften Räume für Akustikmessungen.

Auf den Bildern sind zwei der Uhren abgebildet, links eine Cäsiumuhr älterer Bauart, eine Atomuhr, die bis heute zum deutschen Zeitstandard beiträgt. Das bedeutet, dass sie die Uhrzeit beeinflusst, die auf jeder europäischen Funkuhr angezeigt wird. Auf dem rechten Bild ist eine optische Uhr zu sehen, eine der genauesten Uhren der Welt. Sie ist so genau, dass sie merklich anders laufen würde, wenn sie um nur 3 cm angehoben würde, alleine wegen der dort schwächeren Gravitation (aufgrund von allgemeiner Relativitätstheorie).

Für diejenigen von euch, deren Interesse ich damit geweckt habe, gibt es eine gute Neuigkeit und zwar wird im nächsten Sommer 2018 voraussichtlich wieder ein „MetroSommer“ veranstaltet.

5. November 2017