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Symbolbild "We measure for your safety"

Internationale Organisation für Gesetzliches Messwesen (OIML)

Allgemeines

Die PTB fördert die internationale Zusammenarbeit in der Metrologie. Ein wesentliches Ziel ist dabei die internationale Harmonisierung des Messwesens. Im Bereich des gesetzlichen Messwesens wird dies u.a. durch die Mitarbeit in der OIML (Organisation Internationale de Métrologie Légale = Internationale Organisation für Gesetzliches Messwesen) erreicht.

Deutschland ist Gründungsmitglied der 1955 gegründeten OIML mit inzwischen 127 Mitgliedstaaten. Oberstes Ziel ist es, die Vielzahl der nationalstaatlichen Rechtsvorschriften und messtechnischen Prüfungen von Messgeräten international zu harmonisieren, für die gegenseitige Anerkennung von Prüfergebissen und Zertifikaten in den Mitgliedsländern zu sorgen und damit technische Handelshemmnisse im Sinne der WTO (World Trade Organization) abzubauen.

Einheitliche Empfehlungen zu Anforderungen an Messgeräte sowie die gegenseitige Anerkennung gleichwertiger Zertifikate unterstützen die deutsche Wirtschaft in In- und Export. Betroffen sind viele eichpflichtige Messgeräte, wie zum Beispiel Waagen, Zapfsäulen, Gas-, Wasser- und Elektrizitätszähler.

Das OIML-Zertifizierungssystem hat zum Ziel, die Zulassungsverfahren von Messgeräten durch die Anerkennung von Zulassungsprüfungen auf der Basis der OIML–Empfehlungen zu harmonisieren. Im Zertifizierungssystem der OIML bescheinigen die von den Mitgliedstaaten herausgegebenen Zertifikate die Konformität einer bestimmten Messgerätebauart mit den Empfehlungen der OIML.

Die messtechnischen Empfehlungen der OIML sind in der EU als normative Dokumente im Sinne der europäischen Messgeräte-Richtlinien MID (Measuring Instruments Directive) und NAWID (Non-Automatic Weighing Instruments Directive) anerkannt, die wiederum die Grundlage für mehr als 100 Mio. geeichte Messgeräte in Deutschland bilden.

Mitarbeit in OIML Technischen Komitees

Auf der Arbeitsebene gibt es 18 Technische Komitees, in denen über 100 international harmonisierte messtechnische Empfehlungen und Regelungen zur gegenseitigen Anerkennung von OIML-Zertifikaten und OIML-Prüfberichten erarbeitet werden. Sie müssen laufend auf dem aktuellen Stand gehalten werden und an neue Technologien angepasst werden.

Die PTB hat zur Zeit in folgenden Technischen Komitees (TCs) und Subkomitees (SCs) den Vorsitz:

TC 3/SC  4
Application of statistical methods

Kontakt:
Dr. Dirk Ratschko
E-Mail: dirk.ratschko(at)ptb.de
Tel.: 0531/592-9200

TC 5/SC 2
Software

Kontakt:
Dr. Marko Esche
E-Mail: marko.esche(at)ptb.de
Tel.: 030/3481-7975

TC 8/SC 3
Dynamic volume and mass measurement (liquids other than water)
(Co-Sekretariat mit USA)

Kontakt:
Dr. Michael Rinker
E-Mail: michael.rinker(at)ptb.de
Tel.: 0531/592-1380

TC 9/SC 1
Non-automatic weighing instruments

(Co-Sekretariat mit Frankreich)
Kontakt:
Dorothea Knopf
E-Mail: dorothea.knopf(at)ptb.de
Tel.: 0531/592-1100

TC 9/SC 3
Weights

Kontakt:
Dr. Michael Borys
E-Mail: michael.borys(at)ptb.de
Tel.: 0531/592-1110

TC 17/SC 7
Breath testers

(Co-Sekretariat mit Frankreich)
Kontakt:
Regina Klüß
E-Mail: regina.kluess(at)ptb.de
Tel.: 030/3481-3337

TC 18
Medical measuring instruments

Kontakt:
Dr. Stephan Mieke
E-Mail: stephan.mieke(at)ptb.de
Tel: 030/3481-7287

TC 18/SC 5
Measuring instruments for medical laboratories

Kontakt:
Dr. Rainer Macdonald
E-Mail: rainer.macdonald(at)ptb.de
Tel: 030/3481-7542

Darüber hinaus ist die PTB in allen wichtigen technischen Gremien und Projekten vertreten.

Das OIML-Zertifizierungssystem (OIML-CS)

Die internationale Entwicklung mit ihren Auswirkungen auf europäische und nationale Regelungen ist durch Aktivitäten der OIML geprägt.

Ein zentrales Thema, das auch außerhalb des gesetzlichen Messwesens von erheblicher Bedeutung ist, betrifft die gegenseitige Anerkennung von Prüfergebnissen und Zertifikaten. Im Zertifizierungssystem der OIML bescheinigen die von den Mitgliedstaaten herausgegebenen Zertifikate die Konformität einer bestimmten Messgerätebauart mit den Empfehlungen der OIML. Für die Hersteller von Messgeräten bedeutet das: Ein Messgerät, das bereits in einem Land geprüft und zertifiziert ist, sollte im Sinne eines möglichst reibungslosen wirtschaftlichen Warenverkehrs auch in einem anderen Land zugelassen werden können – und dies, ohne die Prüfungsprozeduren wiederholen zu müssen.

Die OIML-Empfehlungen sind in der EU als normative Dokumente im Sinne der europäischen Messgeräte-Richtlinien MID und NAWID anerkannt, die wiederum die Grundlage für mehr als 100 Mio. geeichte Messgeräte in Deutschland bilden.

Am 1. Januar 2018 ist ein neues Zertifizierungssystem, das OIML-CS, in Kraft getreten, das die weltweite Anerkennung von Prüfergebnissen für deutlich mehr Messgerätearten und Teilnehmerländer als bisher erreichen soll.  
Das neue OIML-CS soll schrittweise für möglichst viele Messgerätearten ausgebaut werden. Es ist besonders für solche Mitgliedsländer der OIML interessant, die über keine eigenen Prüflaboratorien verfügen und sich auf die Prüfergebnisse anerkannter Prüflaboratorien anderer Mitgliedsländer verlassen wollen.

Die PTB stellt OIML-Zertifikate nach dem OIML- Zertifizierungssystems entsprechend OIML B 18 für folgende OIML-Empfehlungen aus:

R 51, R 60, R 75 und R 76

 

 

Aktuelles in der OIML

Für sichere Messungen weltweit - neuer Chef an der Spitze der OIML

Roman Schwartz, Vizepräsident der PTB, wurde am 11. Oktober 2017 für eine Amtszeit von sechs Jahren zum Präsidenten des Internationalen Komitees für Gesetzliches Messwesen gewählt.

Zur Presseinfo

 

Vertreter aus 70 Nationen beschließen auf der OIML-Tagung in Hamburg
weitere Schritte zur weltweiten Harmonisierung des Messwesens

Sie kamen aus Angola und Bosnien, aus Kanada und Vietnam – 170 Messexperten aus 70 Nationen trafen sich auf Einladung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) vom 9. bis 12. Oktober in Hamburg zur jährlichen Tagung der OIML. Ihr Ziel war, über weitere Schritte zur Harmonisierung von Anforderungen und Prüfvorschriften für eine Reihe wichtiger Messgerätearten zu beraten, neue Projekte auf den Weg zu bringen, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerorganisationen, wie BIPM, IEC, ILAC, IAF und ISO, zu stärken sowie nicht zuletzt wichtige Personalentscheidungen zu treffen.

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