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Der Campus

Das Stammgelände

1887 stiftet Werner Siemens ein 19800 m2 großes Areal in der Stadt Charlottenburg für den Bau der I. Physikalischen Abteilung der PTR. In den Jahren 1887-91 werden hier als Hauptgebäude das Observatorium, das Präsidenten-Wohnhaus, das Verwaltungsgebäude und das Maschinenhaus errichtet.


Das Observatorium ist baulich aufwändig konstruiert. Zur Vermeidung von Erschütterungen steht es auf einer rund 1.000 m2 messenden, 2 m starken Betonplatte. Ein raffiniertes Abluftsystem sorgt in Verbindung mit zweischalig ausgeführten Außenwänden für konstante Innentemperatur. Die Heizanlage soll zeitgenössischen Beschreibungen zu Folge die erstaunliche Temperaturkonstanz von wenigen hundertstel Grad in den innenliegenden Räumen erreicht haben.

 

Für die II. Technische Abteilung der PTR kauft das Deutsche Reich 1892 von v. Siemens weitere anrainende Grundstücke mit 14389 m2 hinzu, um die Anlage mit einem chemischen Laboratorium, einem Beamtenwohngebäude, einem zweiten Laboratoriumsgebäude (nunmehr "Hauptgebäude" genannt, heute der Werner-von-Siemens-Bau), sowie kleineren Nebengebäuden zu komplettieren. Auf diese Weise entstand eine Art "preußischer Campus": modern, großzügig und in seiner Funktion weltweit einmalig.

 


1912 wird dort, wo zunächst das Maschinen- und Kesselhaus der I. Abteilung stand, ein neues Elektrizitätslaboratorium errichtet, der heutige Emil-Warburg-Bau.

Die erste Erweiterung

1923 wird die Reichsanstalt für Maß und Gewicht in die PTR integriert. Das Dienstgebäude dieser Anstalt, der heutige Wilhelm-Foerster-Bau, liegt gegenüber dem Hauptgebäude an der heutigen Abbestraße. Gestalterisch ist das um die Jahrhundertwende errichtete Haus mit seiner spiegelsymmetrisch angelegten Fassade just auf der Verlängerung der durch Observatorium und Hauptgebäude definierten Achse gelegen. Die Fassade dieses ebenfalls aufwändig gebauten Hauses ist ziegelsichtig rot ausgeführt und aufwändig dekoriert.


Der zweite Weltkrieg fügt der Bausubstanz schwerste Schäden zu. Verwaltungsgebäude und Präsidenten-Wohnhaus sind nicht mehr zu halten. Der schwer beschädigte Emil-Warburg-Bau und der Wilhelm-Foerster-Bau werden wiederhergestellt.

Die zweite Erweiterung

1978 übernimmt die PTB das ehemalige Arbeitsschutzmuseum auf dem südwestlichen Teil des Blocks zwischen Fraunhoferstraße und Kohlrauschstraße und gliedert es als Hermann-von-Helmholtz-Bau in ihren Campus ein. Es handelt sich um ein Ausstellungsgebäude, mit dessen Bau 1900 begonnen wurde. Es gliedert sich in drei Teile, den Verwaltungstrakt, den Hörsaaltrakt mit erdgeschossigem Foyer und die sich anschließende Ausstellungshalle. Halle und Hörsaal sind reine Stahlkonstruktionen, die Ziegelaußenwände haben nur ausfachende Funktion. Die Dächer der mehrschiffigen Halle sind großflächig verglast.

Die dritte Erweiterung

Die Eingliederung des Amts für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung der DDR im Zuge der Vereinigung beider deutscher Staaten führt zu einer Vergrößerung des Charlottenburger Standorts der PTB, indem mit den Gebäuden des Landesamts für das Mess- und Eichwesen auch das nördliche Blockdrittel des Erweiterungsgeländes in den Campus des Instituts Berlin der PTB einbezogen wird. Hier entstehen Neu- bzw. Umbauten für die infrastrukturelle Nutzung.

Modern mit Tradition

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Der Gebäude­komplex des Instituts Berlin ist in das Inventar der Bau- und Kunst­denkmäler Charlotten­burgs auf­genommen und wird als gesamtes Ensemble geschützt. Der Hermann-von-Helmholtz-Bau sowie, als ältestes Laborgebäude der PTR/PTB, das Observatorium stehen unter individuellem Denkmalschutz.

Das Institut Berlin ist durch seine historischen Gebäude fest in der Tradition der PTR verwurzelt, seine Gebäude beherbergen aber mit modernster Technik ausgestattete Laborräume.

Aktuell umfasst das Institut Berlin die beiden Gevierte des Stamm- und Erweiterungsgeländes. Seine weitere Entwicklung zielt auf eine innere Arrondierung des Areals mit dem Ergebnis eines harmonischen, in sich geschlossenen modernen Campus mit sichtbaren historischen Wurzeln. Zu diesem Zweck wurde ein städtebaulicher Masterplan entwickelt, der die Grundlage für weitere Ausbaustufen des Strandorts in den kommenden Jahrzehnten bildet, der städtebaulich geordnet ist und sowohl denkmalschützerischen als auch nutzungsspezifischen Anforderungen gerecht wird.

Gegenwärtig entsteht als Abschluss der nördlichen Infra­struktur­spange ein Technikum. Ein Neubau an der Ecke Abbestraße/ Frauen­hofer­straße soll zukünftig wesentliche Funktionen des heutigen Warburgbaus übernehmen.