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Wie kann eine auf Standards zurückführbare Dosimetrie in Radionuklidtherapien erreicht werden?

Kolloquium der Abteilung 6

In der nuklearmedizinischen Therapie ist die patientenindividuelle Dosimetrie sowohl für die Sicherheit als auch die Wirksamkeit einer Behandlung wünschenswert; im Idealfall lassen sich zuverlässige Dosis-Wirkungs-Beziehungen herstellen.

Für die Dosimetrie ist eine quantitative Darstellung der Biokinetik der verabreichten radioaktiv markierten Substanz erforderlich, gefolgt von der Berechnung der Energiedosen, möglichst unter Berücksichtigung des Einflusses biologischer Effekte. Dazu muss der zeitlich veränderliche Prozentsatz der verabreichten Aktivität des Radiopharmakons im Zielvolumen und in den Risikoorganen bestimmt werden („Zeit-Aktivitätskurve“). Dieser Schritt erfordert vor allem die Implementierung quantitativer bildgebender Verfahren. Bei der Radionuklidtherapie erfolgt dies in der Regel durch mehrere sequentieller SPECT/CT-Aufnahmen. Wenn es nicht möglich ist, diese SPECT/CTs anzufertigen, beruht die heute etablierte Methode zur Bestimmung der Biokinetik des verabreichten Radiopharmazeutikums für die Dosimetrie auf der quantitativen Bildgebung mittels serieller Gamma-Kamera-Scans und mindestens einem quantitativen SPECT/CT mit dem Nachteil, dass die Dosimetrie aufgrund z.B. von Aktivitätsüberlagerung in planaren Bildern erheblich ungenauer ist. Im SPECT/CT kann darüber hinaus eine inhomogene Organakkumulation des Radionuklids nachgewiesen und ggf. in die Dosisberechnung einbezogen werden, jedoch ist der Einfluss von Artefakten in der Bildrekonstruktion nicht unerheblich und entsprechend zu berücksichtigen. Für die Berechnung der Energiedosen im Zielvolumen bzw. den Risikoorganen ist die Nutzung von adäquaten Verfahren zur Integration der Zeit-Aktivitätskurve notwendig, um die Gesamtzahl der Zerfälle in den Quellenorganen zu erhalten, gefolgt von Verfahren zur Berechnung der deponierten Energie.