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Weihnachten, Washington’s Geburtstag und High-Noon am Nachmittag: Amüsantes aus der Geschichte von Zeitmessung und Kalenderwesen

PTB Kolloquium

Warum feiern wir Weihnachten am 25. Dezember? Warum ist Ostern im Jahr 2021 in Berlin am 4. April, in St. Petersburg aber am 2. Mai? Was passiere am 10. Oktober 1582, sofern es diesen Tag überhaupt gab. Der Tag hat 24 Stunden, das ist unbestritten. Das Jahr 365 Tage – fast: alle vier Jahre sind es 366, nicht aber im Jahr 2100 – warum? Und was passiert im Jahr 2800? Und der Monat? 28, 30 und 31, manchmal aber auch 29 Tage.

Rundungsfehler addieren sich, und Kalender gibt es schon sehr lange. Will man Kalenderdaten und Himmelsereignisse langfristig auch nur halbwegs aufeinander abstimmen, macht das die Tageszählung und damit das Kalenderwesen zum komplexen Unterfangen. So komplex, dass dafür Patente erlassen wurden, Sternwarten gegründet, und, geradezu nebenbei, auch die Preußische Akademie der Wissenschaften. Und was hat das mit der Reichsbahn zu tun?

Seit 1967 ist alles scheinbar besser, die Atomphysik hat die Zeitmessung übernommen (Atomuhren), doch auch Atome sind nicht unendlich präzise. Vielleicht geht die Zeitmessung auch wieder an die Astronomie zurück: Pulsare, Leuchtfeuer in den Weiten des Kosmos, ticken wohlmöglich noch präziser als Atome.