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WERAN - Wechselwirkung von Windenergieanlagen mit terrestrischer Navigation / Radar

Kategorien:
  • Metrologie für die Wirtschaft
27.11.2015

Die Energiewende erfordert einen massiven Anschluss von regenerativen Energiequellen an das Versorgungsnetz. In Deutschland werden daher zahlreiche Windenergieanlagen (WEA) on- und off-shore aufgebaut oder im Repowering-Verfahren erneuert. In Genehmigungsverfahren für WEA muss festgestellt werden, ob die WEA Einrichtungen der terrestrischen Navigation bzw. den Betrieb von Radaranlagen stören, um den hoheitlichen Belangen der Deutschen Flugsicherung, der militärischen Luftüberwachung sowie des Deutschen Wetterdienstes gerecht zu werden. Das Projekt WERAN soll für diese Beurteilung die technisch-wissenschaftliche Grundlage liefern.

Die Messung von Feldstärkeverteilungen im freien Raum und der Richtcharakteristik von fest installierten Antennenanlagen vor-Ort war bisher nur sehr schwer oder gar nicht möglich. Auf der Basis von Oktokoptern (s. Foto) entwickelt die PTB für diese Fragestellungen technische Lösungen und erweitert damit ihre Messmöglichkeiten. Durch den Einsatz dieser ferngesteuerten und auf GPS-Wegpunktemarkierungen automatisch fliegenden Messplattformen erschließen sich wissenschaftlich und messtechnisch neue Wege. Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes arcass (advanced remote-controlled airborne sensor systems) im Fachbereich Hochfrequenz und Felder werden eine Präzisionslokalisierung der Oktokopter sowie verschiedene Sensorköpfe für unterschiedliche Frequenzbereiche entwickelt.

 

Eingesetzt werden solche Messplattformen für die Untersuchungen zur Wechselwirkung von Windenergieanlagen mit terrestrischen Navigationsanlagen wie UKW-Drehfunkfeuern und Radaranlagen (Projekt WERAN1 - Wechselwirkung von Windenergieanlagen (WEA) mit terrestrischer Navigation/Radar). Dieses Projekt wird gemeinsam mit den Partnern FCS Flight Calibration Services GmbH, der steep GmbH sowie der Universität Hannover durchgeführt. Eine Mitgliederumfrage des Bundesverbandes WindEnergie e.V. ergab, dass der Aufbau von WEA mit einer elektrischen Leistung von weit mehr als 3 GW und einem Investitionsvolumen von mehr als 5 Milliarden Euro durch die schwer einschätzbare Wechselwirkung mit sicherheitsrelevanten Anlagen der terrestrischen Navigation/Radar bzw. des Wetterdienstes gefährdet ist. Die PTB erarbeitet nun zusammen mit den Partnern die wissenschaftlichen Grundlagen zur Beurteilung der Wechselwirkung.  Ziel muss es sein, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen, aber ebenso den Betrieb der sicherheitsrelevanten Anlagen der zivilen Flugführung, der Landesverteidigung sowie der Wetterbeobachtung sicherzustellen.

 


 

 

1 gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, FKZ: 0325644A

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