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Zertifizierung eines neuen IFCC-Referenzstandards für Hämoglobin A2

31.01.2018

Die Bestimmung der Hämoglobin-A2 Fraktion im Blut ist ein diagnostisches Mittel im Screening zur Erkennung von Trägern der Erbkrankheit ß-Thalassämie. Ringversuche (External Quality Assessment Schemes, EQAS) zeigen jedoch, dass die Vergleichbarkeit der Routinetests verbessert werden muss, um die Populationen (normal: < 3.5% HbA2 und Träger der Krankheit: > 4%:) zuverlässiger unterscheiden zu können. In diesem Zusammenhang sollen die Messungen weltweit standardisiert und ein neues IFCC-Referenzmaterial1 entwickelt werden. Massenspektrometrie als Methodenprinzip ermöglicht eine deutlich höhere Genauigkeit als herkömmliche Routineverfahren; dies jedenfalls versprechen Ergebnisse eines Laborvergleichs zwischen PTB und INSTAND e.V., einem Referenzlaboratorium der Bundesärztekammer.

Das neue (IDMS-) Verfahren zur Bestimmung des HbA2-Anteils am Gesamt-Hb im Blut wurde zunächst in einem Messvergleich zwischen der PTB und dem Referenzlaboratorium des Instand e.V. getestet. Als Untersuchungsmaterialien dienten 24 klinische Proben von Gesunden und von Trägern der ß-Thalassämie. Auftragung der Ergebnisse (INSTAND gegen PTB) zeigt die erwartete sehr guten Übereinstimmung. Alle Proben konnten eindeutig und richtig der jeweiligen Population zugeordnet werden. Ebenso erwartungsgemäß korrelieren die mit verschiedenen Routineverfahren (Bio-Rad Variant II, Sebia Minicap, Tosoh G8 und Menarini HA8160) für diese Proben erhaltenen Daten gut mit den IDMS-Ergebnissen, so dass eine Rekalibrierung durch Bezug auf die IDMS sinnvoll sein sollte.

1 IFCC: International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine; Standardization Program to establish a Reference System (WG-HbA2), Clin Chim Acta, 467, 21-26 (2017)