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Start des neuen Forschungsvorhabens „MetroSDL“ zur Schaffung von metrologischen Grundlagen für neuartige Systemdienstleistungen mit elektronischen Umrichtersystemen

15.04.2024

Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms durch das BMWK gefördert. Projektpartner sind die TU Braunschweig und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Ziel des Projektes ist es, die Fähigkeit von umrichterbasierten Einspeiseanlagen messtechnisch zu untersuchen, um diese für netzdienliche Funktionen zur Stabilisierung des Stromnetzes einsetzen zu können.

 

Ein zentraler Fokus liegt auf dem Ersatz der rotierenden Massen konventioneller Kraftwerke durch Stromrichter, da die Momentanreserve (gegeben durch die Trägheit aus den Schwungmassen) im Vergleich zu den konventionellen Kraftwerken bei Umrichtern nicht inhärent ist. Aus diesem Grund wird im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in §12h die "Trägheit lokaler Netzstabilität" als neue "nicht-frequenzgebundene" Systemdienstleistung (SDL) definiert, die künftig von den Übertragungsnetzbetreibern am Markt beschafft werden soll.

Die marktwirtschaftliche Beschaffung dieser SDL erfordert die metrologische Erarbeitung zahlreicher Parameter, darunter die genaue Bestimmung der Trägheit zur Ermittlung der Netzstabilität und der Anlaufzeitkonstanten bei netzdienlichen Regelverfahren sowie der dynamischen Frequenzbestimmung. Diese Parameter sind entscheidend für Bereitstellung und die marktwirtschaftliche Abrechnung von Momentanreserve und schneller Primärregelleistung.

 

 Logo des Projekts „MetroSDL“

 Bild: Logo des Projekts „MetroSDL“.

 

Im Rahmen des Projekts wird an der TU Braunschweig ein Netzdynamiklabor entwickelt und errichtet, in dem die Anforderungen an die Mess- und Steuertechnik untersucht werden und deren Eignung auch bei Netzspannungsverläufen analysiert werden kann, die von der idealen Sinusform abweichen (z.B. durch Oberschwingungen und Winkelsprünge bei Netzfehlern). Diese gemeinschaftlichen Forschungsarbeiten im Bereich der Netzstabilisierung und die Untersuchung der Auswirkungen von Netzrückwirkungen sollen dazu beitragen, die Einspeisung und den Ausbau von dezentraler regenerativer Energie netzsicher zu gestalten und voranzutreiben.

Des Weiteren werden im Netzdynamiklabor das Regelverhalten netzbildender und netzfolgender Stromrichter sowie Strategien zur Regelung der Umrichter untersucht und optimiert. Diese Forschungsarbeiten sind von entscheidender Bedeutung, um die Effizienz und Stabilität des Stromnetzes zu verbessern und die Integration erneuerbarer Energien auf lokaler und nationaler Ebene zu fördern.

 

 

Opens internal link in current windowFachbereich 2.3 „Elektrische Energiemesstechnik“

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