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Organisation eines nationalen Vergleichs zur Aktivitätsbestimmung von 99mTc in der Nuklearmedizin

15.01.2007

Das kurzlebige Radionuklid 99mTc wird in der Nuklearmedizin häufig für Diagnosezwecke eingesetzt. Bevor Radiopharmaka mit 99mTc Patienten verabreicht werden, wird die Aktivität in der Regel mit Ionisationskammern, die häufig auch als Radionuklid-Kalibratoren oder Aktivimeter bezeichnet werden, bestimmt. Eine zuverlässige Aktivitätsbestimmung ist sehr wichtig, da zum einen ein aussagekräftiges Diagnoseergebnis erzielt werden soll, zum anderen der Patient aber vor einer zu hohen Strahlenbelastung zu bewahren ist.

Im Berichtszeitraum hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Zusammenarbeit mit der Firma QSA Global GmbH aus Braunschweig einen nationalen Vergleich mit 99mTc-Lösungen organisiert. Dazu wurden den Teilnehmern aus Kliniken und nuklearmedizinischen Praxen Aliquote von 99mTc-Lösungen geschickt, deren Aktivitätsreferenzwerte durch Messungen in der PTB bestimmt wurden. Die Teilnehmer wurden gebeten, die ihnen nicht bekannte Aktivität zu bestimmen und die gewonnenen Daten gemeinsam mit Informationen zu den verwendeten Apparaturen, Unsicherheiten, ggf. detektierten radioaktiven Verunreinigungen sowie weiteren Maßnahmen zur Qualitätssicherung in einen Fragebogen einzutragen. Alle Fragebögen wurden anschließend in der PTB ausgewertet und ein ausführlicher Ergebnisbericht wird demnächst veröffentlicht. Alle Teilnehmer erhielten schließlich einen Kalibrierschein der PTB und können damit ihr Ergebnis überprüfen und ggf. zusätzliche qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen.

Die 52 Teilnehmer meldeten 100 Ergebnisse aus Messungen an den bereitgestellten Glasampullen vom Typ P6 und weitere 95 Ergebnisse für Messungen nach einem Transfer der Lösung in Spritzen. Etwa 92% der Messergebnisse in Glasampullen weichen um weniger als 10% vom Referenzwert ab und erfüllen damit ein im Europäischen Arzneibuch [1] gefordertes Kriterium. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Vergleichsmessungen dar [2-3]. Die Daten wurden außerdem untersucht, um mögliche Ursachen für Diskrepanzen festzustellen, wobei deutlich wurde, dass große Abweichungen in vielen Fällen nicht auf die Messapparaturen zurückzuführen sind, sondern auf unzureichend qualifiziertes Personal. So sind einige Abweichungen z. B. dadurch zu erklären, dass die ermittelten Aktivitätswerte nicht oder falsch hinsichtlich des radioaktiven Zerfalls korrigiert wurden.

Die PTB hat außerdem Teile der 99mTc-Lösung zum Bureau International des Poids et Mesures geschickt, um sich im Rahmen des Internationalen Referenzsystems (SIR) einem Vergleich zu stellen. Der mit kleiner Unsicherheit bestimmte Aktivitätswert der PTB ist in sehr guter Übereinstimmung mit dem key comparison reference value (KCRV), der sich aus den Ergebnissen 4 Nationaler Metrologie Institute ergibt.

Literatur

  1. European Pharmacopoeia, European Directorate for the Quality of Medicines (EDQM), 5th ed. (2005), Strasbourg.
  2. Debertin, K., Schrader, H.:
    Intercomparisons for quality assurance of activity measurements with radionuclide calibrators.
    Nucl. Instr. Meth. A312 (1992) 241.
  3. Rodloff, G., Schrader, H., Thieme, K.:
    99Tcm-Vergleichsmessungen mit Aktivimetern.
    Der Nuklearmediziner 5, 17, (1994) 399.