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PTB-Bericht zur Umsetzung eines Länderausschussbeschlusses zur Sicherheit von Vollschutzgeräten erschienen

15.01.2007

Die Röntgenverordnung (RöV) legt Anforderungen an die Bauart von Röntgeneinrichtungen fest, die für eine Bauartzulassung eingehalten werden müssen und für deren Prüfung die PTB zuständig ist. Für nichtmedizinische Zwecke unterscheidet die RöV in Anlage 2 zwischen Hochschutzgeräten, Vollschutzgeräten und Schulröntgeneinrichtungen. Mit einer Bauartzulassung können diese Geräte genehmigungsfrei und bei Vollschutzgeräten im Allgemeinen sogar ohne Strahlenschutzregime betrieben werden. Damit die Strahlenbelastung von Betreibern dieser Röntgeneinrichtungen sowie von unbeteiligten Dritten gering ist, setzt die RöV restriktive Grenzen für die zulässige Ortsdosisleistung (ODL) der Gehäusedurchlassstrahlung. Die Messung der ODL von Röntgeneinrichtungen ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Bauartprüfungen, die seit mehr als drei Jahrzehnten von der PTB durchgeführt werden.

Für die Sicherheit im Strahlenschutz spielt neben der Strahlenexposition aufgrund der Gehäusedurchlassstrahlung die Zuverlässigkeit der Sicherheitseinrichtungen eine entscheidende Rolle. Diese Sicherheitseinrichtungen müssen nach der RöV sicherstellen, dass Röntgeneinrichtungen nur bei geschlossenem Schutzgehäuse betrieben werden können. Im März 2001 hat der Länderausschuss Röntgenverordnung (LARöV) beim Umweltministerium deshalb eine Präzisierung der Anforderungen an diese Sicherheitseinrichtungen beschlossen.

Nach diesem Beschluss müssen die Sicherheitseinrichtungen der genannten Geräteklassen dem Sicherheitsgrad der Kategorie 3 der Norm DIN EN 954-1 von 1997 und den diesbezüglichen Regelungen der DIN 54113 Teil 2 von 1992 genügen. Damit wird u. a. sichergestellt, dass das Versagen einer Komponente nicht den Ausfall der Sicherheitseinrichtungen zur Folge hat und ein aufgetretener Fehler spätestens beim nächsten Einschalten der Hochspannung erkannt und ein Einschalten der Hochspannung (und damit der Röntgenstrahlung) verhindert wird. Zudem sind die Geräte mit einer Verriegelung zu versehen, die ein Öffnen des Schutzgehäuses erst nach Abklingen der Hochspannung unter 5 kV erlaubt. Die Umsetzung dieser sicherheitstechnischen Anforderungen in Konstruktionsempfehlungen einerseits und in konkrete Prüfanforderungen andererseits erwies sich aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Bauarten von nichtmedizinischen Röntgeneinrichtungen als schwierig.

Nach mehrjährigen praktischen Erfahrungen mit der Umsetzung dieses Länderausschussbeschlusses bei Bauartprüfungen und nach Auswertung von vielfältigen Anregungen durch Antragsteller und durch Technische Überwachungsvereine, die die PTB seit 2001 bei der Durchführung der sicherheitstechnischen Prüfungen unterstützen, hat die Arbeitsgruppe „Strahlenschutz“ in Zusammenarbeit mit Dr. Grottker (Fachbereich „Metrologische Informationstechnik“) einen „Leitfaden für Hersteller und Gutachter“ erstellt, in dem die Anforderungen an die Sicherheitsvorrichtungen von nichtmedizinischen Röntgeneinrichtungen detailliert beschrieben sind und so weit wie möglich präzise Prüfschritte genannt werden. Dieser Leitfaden ist als PTB-Bericht (PTB-Dos-49, Dezember 2005, 42 Seiten; ISSN 0172-7095) beim Wirtschaftsverlag NW erhältlich.