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Installationsgeräuschmessungen nach neuer Messvorschrift liefern im Mittel um 2 dB höhere Werte

31.05.2012

Durch eine umfangreiche Messreihe und ergänzende Computersimulationen  konnte gezeigt werden, dass die nach der neuen Norm DIN EN ISO 10052 gemessenen Installationsgeräuschpegel im Mittel um 2 dB höher sind als die nach der alten Norm DIN 52219 ermittelten Werte.

Im Rahmen eines vom Deutschen Institut für Bautechnik finanzierten Forschungsprojekts wurden an der PTB Untersuchungen zur Messung von Installationsgeräuschen durchgeführt. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen war die Frage, ob durch die Einführung der DIN EN ISO 10052 als Messnorm dieselben Werte wie bei der alten Messnorm DIN 52219 erreicht werden. Dies wurde zunächst anhand eines umfangreichen Messprogramms an der PTB untersucht. Sechs verschiedene Messteams mit unterschiedlicher apparativer Ausstattung führten an sechs Geräuschquellen Installationsgeräuschmessungen nach alter und neuer Norm durch. Es wurden zwei  verschiedene Empfangsräume mit Volumina von 56 m³ und 27 m³ einbezogen. Die Differenz der Ergebnisse nach alter und neuer Messvorschrift liegt zwischen -5 dB und 1 dB (Bild 1). Um die Ursachen für diese Abweichungen genauer zu verstehen, wurden Monte-Carlo-Simulationen ausgeführt. Es zeigte sich, dass die Einführung einer Mikrofonposition in der Raumecke wesentlich ist. Bei tiefen Frequenzen sind die Schalldruckpegel hier um ca. 10 dB höher als an wandfernen Messpunkten, was zu einer Erhöhung des A-bewerteten Schalldruckpegels führt. Diese Erhöhung ist für Geräusche mit flachem Spektrum gering (Sanitärgeräusche in Bild 1) und für tieffrequente Geräusche (Fahrstuhl in Bild 1) stärker ausgeprägt.

Damit wirkt die Einführung der neuen Messnorm im Mittel als Verschärfung des bauaufsichtlichen Anforderungswerts um 2 dB. Im zuständigen Normungsausschuss wurde aufgrund dieser Ergebnisse eine Erhöhung des zulässigen Installationsgeräuschpegels bereits diskutiert.

Bild 1: Abweichung zwischen A-bewerteten Installationsgeräuschpegeln ermittelt nach DIN 52219 (alte Messvorschrift) und DIN EN ISO 10052 (neue Messvorschrift), unterschiedliche Sanitärgeräusche und Fahrstuhl in verschiedenen Betriebszuständen, Empfangsräume mit Volumina von 56 m³ und 27 m³

Ansprechpartner:

Volker Wittstock, FB 1.7, AG 1.72, E-Mail: volker.wittstock@ptb.de