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Modellmessungen der Schallemissionen von Supermärkten

25.05.2010

Häufig werden Nahversorgungsmärkte in Wohngebieten gebaut. Geräusche mit großem Störpotential treten dabei durch Entladevorgänge von Lkws auf, die Waren anliefern. In der Bauplanungsphase muss darum der Immissionsschutz der Nachbarschaft vorab durch Prognoserechnungen nachgewiesen werden. Die Verbesserung dieser Berechnungsverfahren wurde durch Modellmessungen unterstützt.

Lärmimmissionen durch Ladevorgänge von Lkw stellen aufgrund ihrer Geräuschcharakteristik eine Lärmquelle mit großem Störpotential dar. Insbesondere in Wohngebieten treten Geräusche durch Ladevorgänge an Nahversorgungsmärkten auf. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ist der Immissionsschutz der Nachbarschaft vorab nachzuweisen. Dies geschieht durch eine rechnerische Prognose. Hierzu wird in der Regel Standardsoftware eingesetzt, deren Ausbreitungsrechnungen, wie auch die einschlägigen Richtlinien, auf dem Strahlenmodell des Schalls basieren. Diese Verfahren weisen Schwächen auf, wenn aufgrund der geometrischen Komplexität der Situation physikalische Phänomene wie Beugung und Mehrfachreflexionen eine große Rolle spielen. In der Beratungspraxis treten diese Schwächen der Standard-Prognoseverfahren deutlich zu Tage, so dass sich die Immissionen bzw. die konkrete Wirksamkeit von weitergehenden Schallschutzmaßnahmen häufig nur ungenau prognostizieren lassen.

Die Entwicklung eines verbesserten Prognoseverfahrens durch das Institut für Angewandte Mechanik der TU Braunschweig wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. In diesem Rahmen waren bei wellenmechanischen Simulationen signifikante Unterschiede zwischen den Berechnungsergebnissen mit Strahlenmodellen und wellenmechanischen Modellen festgestellt worden. Hieraus konnte keines der beiden verwendeten Quellenmodelle zum Einsatz des Strahlverfahrens (Konzentration der Schallleistung bzw. flächige Verteilung) favorisiert werden. Weitere Vergleichsmöglichkeiten waren notwendig.

Im Rahmen einer Kooperation wurden hierzu von der PTB Verifikationsmessungen im Modellmaßstab 1:8 durchgeführt. Das Bild zeigt in einem Halbfreifeldraum die aus Holzwerkstoffen aufgebaute Anordnung, die erklärend mit transparenten Schemata eines Lkw und einer Supermarktfassade überblendet wurde. Die abgeschlossenen Messungen sollen zur Bewertung und nachfolgenden Weiterentwicklung der rechnerischen Verfahren eingesetzt werden.

Verifikationsmessungen im Modellmaßstab 1:8 in einem Halbfreifeldraum

Bild 1: Verifikationsmessungen im Modellmaßstab 1:8 in einem Halbfreifeldraum

Ansprechpartner:

Martin Schmelzer, FB 1.7, AG 1.72, E-Mail: martin.schmelzer@ptb.de