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Fußkamera zur Rheuma-Früherkennung

Prototyp einer Kamera, die Durchblutungsveränderungen in Zehen und Füßen bildlich darstellt, ist fertig für die klinische Erprobung

PTB-News 2.2020
28.04.2020
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Eine Fußkamera macht die Blutzirkulation innerhalb des Vorderfußes sichtbar und hilft Ärzten dabei, rheumatische Erkrankungen schneller zu diagnostizieren.

Links: Fußmodell, mit dem neuen Scanner aufgenommenen, um die Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Sobald das Gerät die Zulassung für die klinische Erprobung erhält, sind Bilder zu erwarten, wie sie das Handbildgebungssystem bereits erzeugt (rechts): Ausschnitte aus zwei Filmaufnahmen, die die unterschiedliche Verteilung des Kontrastmittels in den Händen eines gesunden Probanden (oben) und eines Rheumapatienten (unten) ca. 45 Sekunden nach Beginn der Untersuchung zeigen.

Rheuma gilt als Volkskrankheit, die jeden treffen kann. Genau genommen ist Rheuma ein Sammelbegriff für zahlreiche unterschiedliche Krankheiten der Bewegungsorgane. Zu den verbreitetsten gehören die rheumatoide Arthritis und Arthrosen. Mehr als eine Million Deutsche sind davon betroffen. Bereits vor einigen Jahren war unter Beteiligung der PTB ein Fluoreszenz-Bildgebungssystem entwickelt worden, mit dem die Mikrozirkulation in den Händen beurteilt werden kann und zu dem bereits zahlreiche klinische Studien vorliegen.

Jetzt hat die PTB zusammen mit der Xiralite GmbH in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt ein Fluoreszenzbildgebungssystem entwickelt, mit dem unter Verwendung des Kontrastmittels Indocyaningrün der Blutfluss in den oberflächlich verlaufenden Gefäßen der Zehengelenke sichtbar gemacht wird. Während bei der Handbildgebung die Untersuchung auf die Handoberseite beschränkt ist, werden bei der Fußkamera mithilfe mehrerer Fluoreszenzkameras und einer aufwendigeren räumlichen Anordnung der LEDs für die Fluoreszenzanregung die Gefäße an den Fußober- und -unterseiten erfasst. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie ist schmerz- und nebenwirkungsfrei. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Fußkamera zusammen mit dem Handbildgebungssystem eingesetzt werden kann. Dadurch lassen sich mit einer einmaligen Kontrastmittelgabe sowohl die Hand- als auch die Zehengelenke untersuchen. Mit dem kombinierten Verfahren sollen Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und preiswerter als mit einem Kernspintomografen entdeckt werden. Der Prototyp hat seine Funktionstüchtigkeit bereits in umfangreichen Tests an einem Fußmodell bewiesen und wird nun für eine erste klinische Erprobung vorbereitet.

Neben der Rheuma-Diagnose kann die neue Fußkamera auch als Diagnosewerkzeug für Diabetes mellitus und das sogenannte diabetische Fußsyndrom genutzt werden kann. Durch die frühzeitige Erkennung von Durchblutungsstörungen kann der Gesundheitszustand der Patienten verbessert und möglicherweise die Anzahl von Amputationen reduziert werden.

Ansprechpartner

Dirk Grosenick

Fachbereich 8.3

Biomedizinische Optik

Telefon: (030) 3481-7302
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