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Effektlacke – Wenn der Schein trügt

Besonders interessant für:
  • Automobilindustrie
  • Pigment- und Farbenhersteller
  • Druckindustrie
 

Effektlacke basierend auf Interferenzpigmenten, die aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Farben zeigen, werden immer beliebter. Bisher sind sie jedoch ein Problem für die Messtechnik, da sich bei ihnen die Farbe sowie deren Sättigung und Helligkeit je nach Blickwinkel und Lichtverhältnissen ändern. Abhilfe soll ein neuer robotergestützter Messplatz  zur Charakterisierung des visuellen Erscheinungsbildes schaffen: Mit zwei zusätzlichen Kamerasystemen ermöglicht er eine verbesserte messtechnische Bewertung von Farben, Lacken und Beschichtungen.

Effekt-Lackierung „Fantasy Smaragdgrün metallic“: Je nach Blickwinkel und Lichtverhältnissen ändert sich der Farbeindruck. (Foto: Höpe/PTB)

Für die Industrie ist es schwierig und aufwendig, für Effektlacke innerhalb der Produktkette vom Pigment über den Lack bis hin zum fertigen Produkt eine konstante Farbqualität zu garantieren. Nahezu unmöglich ist es, vorliegende Effektlacke, deren genaue Zusammensetzung man nicht kennt, zu reproduzieren.

Da für eine winkelaufgelöste absolute Reflexionsmessung mit definiertem Ein- und Ausfallwinkel zahlreiche Wellenlängen erfasst werden müssen, dauern solche Messungen bisher mehrere Stunden oder sogar Tage. Eine Zeilenkamera am neuen robotergestützten Messplatz „ARGon3“ (3D Appearance Robot-based Gonioreflectometer) der PTB verkürzt nun die Messzeit auf wenige Minuten, weil sie ein ganzes Spektrum auf einmal erfassen kann. Ergänzt wird sie durch eine Leuchtdichtekamera, welche die bisherige räumliche Auflösung von 20 mm auf etwa 30 µm verbessert und somit deutlich detailliertere Farbinformationen einer Probe liefert.

Die hier ermittelten Farbkoordinaten sorgen dafür, dass industriell genutzte Farbmessgeräte genauere und vergleichbare Daten liefern können. So lässt sich die Qualitätskontrolle von Farben verbessern – sowohl für herkömmliche als auch für Effektlacke.

Ansprechpartner:

Andreas Höpe
Fachbereich 4.5 Optische Technologien
Tel.: (0531) 592-4520
E-Mail: andreas.hoepe(at)ptb.de