Logo PTB
Symbolbild "Zeitschriften"

Magnetoneurographie

Mit der Magnetoneurographie ist es jetzt möglich, bei Patienten den Ort von Leitungsblockaden in Nerven zu bestimmen.

Aus der gemessenen Magnetfeldverteilung lässt sich der Weg des Reizes entlang eines Beinnerven berechnen. Der berechnete Pfad für einen Patienten mit Leitungsblockierung des rechten Nervens ist dargestellt. Das Nervensignal gelangt nach Reizung des linken Beinnerven ungehindert bis in die Wirbelsäule, rechts dagegen nur bis zur Leitungsblockierung, die durch einen Bandscheibenvorfall verursacht ist.

Im menschlichen Körper werden Reize durch periphere Nerven zum Rückenmark und von diesem zum Gehirn weitergeleitet. Werden Nerven geschädigt, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall, können Ertaubungen oder Lähmungen die Folge sein.

Im menschlichen Körper werden Reize durch periphere Nerven zum Rückenmark und von diesem zum Gehirn weitergeleitet. Werden Nerven geschädigt, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall, können Ertaubungen oder Lähmungen die Folge sein.

Auf dieser Grundlage wurde in Zusammenarbeit mit Neurologen des Universitätsklinikums Benjamin Franklin der FU Berlin die Magnetoneurographie entwickelt. Mit diesem Verfahren kann der Weg eines Reizes entlang eines Bein- oder Armnervs mit hoher zeitlicher und örtlicher Präzision bis hin zum Rückenmark verfolgt werden. Eine besondere Schwierigkeit der Magnetoneurographie besteht darin, dass das magnetische Signal der Nerven von milliardenfach stärkeren anderen Magnetfeldern überlagert wird, z. B. vom Erdmagnetfeld oder dem Magnetfeld technischer Geräte, aber auch von Magnetfeldern des Patientenherzens. Erst durch aufwändige Abschirmmaßnahmen und spezielle Signalverarbeitungsverfahren gelingt es, die magnetischen Nervensignale sichtbar zu machen. Aus der so gewonnenen raum-zeitlichen Magnetfeldverteilung lassen sich mit Hilfe mathematischer Modelle Informationen über den Weg des Reizes gewinnen und bei Patienten auch der Ort von Reizleitungsstörungen bestimmen.

Die Darstellung einer Nervenblockade, die vor kurzem erstmals gelang, eröffnet zukunftsweisende Möglichkeiten der klinischen Diagnostik und Therapie.

Ansprechpartner:

Telefon: +49-531-592-0