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PTB-Jahresbericht

Der Jahresbericht erscheint jeweils im Frühjahr und berichtet über die Arbeit der PTB im zurückliegenden Jahr. Die vollständige Fassung finden Sie hier im Internet, Auszüge daraus zusätzlich in einer gedruckten Broschüre.

VorwortVorwort

„Der Wissenschaftsrat bestätigt die weltweit führende Stellung der PTB, ihre exzellente Aufgabenwahrnehmung und große wirtschaftliche Relevanz.“ So kommentierte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries im Februar den abschließenden Bericht zur Evaluation der PTB durch den Wissenschaftsrat, verbunden mit der Gratulation an die PTB zu „diesem hervorragenden Ergebnis“. Weiter heißt es: „Der Wissenschaftsrat lobt sowohl die Wahrnehmung der gesetzlichen Kernaufgaben, die Forschungstätigkeiten und Dienstleistungen der PTB sowie die für beide Aspekte nötigen Strategie- und Planungsprozesse.“ Die Grundlage für dieses erfolgreiche Arbeiten sieht der Wissenschaftsrat in der „sehr hohen Motivation und Begeisterung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Arbeit“. Hierfür möchte ich mich bei allen PTBisten sehr herzlich bedanken, Sie können alle stolz sein auf Ihre Leistungen!

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Daneben spricht der Wissenschaftsrat zukünftige Herausforderungen an, insbesondere im Bereich Digitalisierung. „Aufgrund der zentralen Rolle der PTB im Messwesen wird die PTB auch bei der digitalen Transformation von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft eine Schlüsselrolle spielen.“ Diese Rolle der Metrologie in der Digitalisierung wurde in einer großangelegten PTB-Studie, beruhend auf Gesprächen mit allen relevanten Partnern und Besuchen am NIST und NPL, gezielt herausgearbeitet und fand international höchste Beachtung. Hier ist personelle Hinterlegung notwendig. Inzwischen wurden eine Stabsstelle sowie eine Projektlenkungsgruppe zur Koordinierung aller Aktivitäten in diesem Bereich eingerichtet, und es wurden strategisch wichtige Arbeiten in verschiedenen Fachbereichen verstärkt sowie zwei Juniorprofessuren zu innovativen Themen – „Referenzarchitekturen“ und „Maschinelles Lernen“ – an der TU Berlin als Teil des „Einstein-Zentrums“ in Berlin ausgeschrieben. Eine Vielzahl von strategisch wichtigen Initiativen konnte gestartet werden, vom „digitalen Kalibrierschein“ über die Etablierung von Projektgruppen zur „Kundenplattform“ und „Softwareplattformen für kollaboratives Arbeiten“ bis hin zu der Erarbeitung der Grundlagen einer „European Metrology Cloud“.

Die digitale Transformation des gesetzlichen Messwesens kann nur gelingen, wenn die inneren Prozesse digitalisiert sind und PTB-interne und externe IT-Netze und IT-Dienste optimal zusammenarbeiten. In intensiven Gesprächen mit der Gesamtprojektleitung „IT-Konsolidierung des Bundes“ ist es der PTB gelungen, einen sogenannten „Quick Check“ zu vereinbaren mit dem Ziel, möglichst schnell und verbindlich den nicht konsolidierungsfähigen Anteil unserer Fach-IT zu ermitteln. Wir rechnen damit, dass weniger als 10 % unserer IT-Systeme durch konsolidierte IT-Dienste zentral abgebildet werden können. Dementsprechend sollten über 90 % unserer IT-Aktivitäten unter der direkten Verantwortung der PTB bleiben. Weiterhin sind wir sowohl im Forschungsdatenmanagement, wo erste Leitlinien formuliert wurden, als auch bezüglich der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen mittels der E-Akte auf gutem Weg. Ich möchte alle PTBisten bitten, aktiv mitzugestalten – die PTB will und kann auch hier eine Vorreiterstellung einnehmen!

Aktuelle Herausforderungen im gesetzlichen Messwesen betreffen neben der wirtschaftlich bedeutenden Holz- und Holzfeuchtevermessung sowie der zeitlich ambitionierten Verabschiedung der Richtlinien für Ladesäulen zur E-Mobilität insbesondere die Umsetzung des Messstellenbetriebsgesetzes. Hier ist die PTB als eine der verantwortlichen Stellen stark in die Erarbeitung der technischen Richtlinie und in die Konformitätsbewertung von Smart Meter Gateways eingebunden. Darüber hinaus gibt es seit September 2017 eine neue Abgasrichtlinie mit sehr ambitionierten messtechnischen und zeitlichen Vorgaben. Sie hat umfangreiche Anpassungen der PTB-Aktivitäten im Bereich Abgasmetrologie zur Folge, die nur durch zusätzliches Personal geschultert werden können. Nicht nur die Absenkung der Grenzwerte für CO und Trübung zum 1.1.2019, sondern insbesondere auch die erstmalige Einführung von Partikelanzahlgrenzwerten für die AU bei Kfz mit Dieselmotor zum 1.1.2021 stellen große Herausforderungen dar, die ohne die umfangreichen, meist drittmittelfinanzierten Vorarbeiten der PTB nicht zu stemmen wären. Hier zeigt sich einmal mehr die entscheidende Bedeutung von weitsichtiger Vorlaufforschung für die Erfüllung unserer Aufgaben.

Die große Wertschätzung der PTB im Bereich des gesetzlichen Messwesens, nicht zuletzt auf internationaler Bühne, zeigt sich in der Wahl unseres Vizepräsidenten, Hon.-Prof. Dr. Schwartz, zum zukünftigen Präsidenten des Internationalen Komitees für das gesetzliche Messwesen, CIML.

Die Revision des Internationalen Systems der Einheiten geht mit großen Schritten voran. Nach intensiven Diskussionen, insbesondere in dem von der PTB geleiteten Konsultativkomitee für Einheiten, CCU, und darauf folgend auch im Internationalen Komitee der Meterkonvention, CIPM, stand die klare Empfehlung für eine Revision durch die Generalkonferenz 2018. Die PTB hat entscheidend dazu beigetragen, insbesondere zur Bestimmung des Planck’schen Wirkungsquantums im Rahmen der Avogadro- Kooperation sowie zur Boltzmann-Konstanten. Die beiden experimentellen Methoden sind an anderen nationalen Metrologieinstituten nicht etabliert, ihre erfolgreiche Anwendung war aber gerade deswegen absolute Voraussetzung für die Revision. Nun wird es darum gehen, auf der Basis des revidierten SI innovative Methoden auf breiter Front voranzutreiben, wie z. B. die Rauschthermometrie, die Strommessung durch Zählen einzelner Elektronen oder eine den industriellen Anforderungen entsprechende Wattwaage.

Die Umsetzung des Masterplans für die Liegenschaften in Braunschweig und Berlin geht zügig, wenn auch nicht ganz mit der erwarteten Geschwindigkeit voran. Meilensteine waren der erste Spatenstich für den Forschungsbau für Temperatur und Supraleitung (Walther-Meißner-Bau), das Richtfest für den Anbau an das Willy-Wien-Laboratorium an der „Metrology Light Source“ (MLS) in Berlin-Adlershof sowie die Fertigstellung des Euler-Baus I als erster Teil des neuen „Windenergiezentrums“. Mit Hochdruck wird unter anderem an der Umsetzung der Vorhaben „Euler-Bau II“, „Einstein-Bau II“ für die Optik sowie an der Erweiterung der Laborfläche für Abgasmessungen gearbeitet.

Auch andere wichtige Zukunftsfelder, wie die Metrologie für Biochemie, für die Energiewende oder Nanometrologie, werden weiter vorangetrieben. Insbesondere gilt dies für das Thema Quantentechnologie, das von der EU über die nächsten zehn Jahre mit 1 Mrd. € gefördert wird. Ein Workshop zu dem Thema, ausgerichtet vom BMWi und der PTB, mit Industrieunternehmen führte zum Vorschlag zur Schaffung eines Kompetenzzentrums an der PTB. In der gleichen Thematik wurde ein Vorantrag zur Exzellenzinitiative positiv begutachtet, der gemeinsam von der Leibniz Universität Hannover und der TU Berlin mit der Metrologie und der PTB als entscheidendem Bindeglied eingereicht wurde. Hier soll ein strategischstrukturelles Kompetenzdreieck Quanten-Nano- Metrologie entstehen, das auch international seinesgleichen sucht.

Erstmals fand an der PTB ein „Mitarbeitertag“ statt – auch in anderen Unternehmen eher eine Seltenheit, wie der Wirtschaftspsychologe Prof. Florian Becker als Gastredner in seinem Vortrag mit dem Thema „You’ve got the power“ betonte. Unter dem Motto „einmischen und mitgestalten“ diskutierten die PTBisten an verschiedenen Themeninseln und machten konkrete Verbesserungsvorschläge. Aufgrund des von allen Anwesenden attestierten großen Erfolgs der Veranstaltung soll es auch im nächsten Jahr einen Mitarbeitertag geben, der somit unser Portfolio zur Entwicklung der Führungskultur an der PTB maßgeblich erweitert.

Erneut war die PTB bei der Einwerbung von Projekten im Rahmen des europäischen Metrologie-Forschungsprogramms EMPIR außerordentlich erfolgreich. Die europaweite, länderübergreifende koordinierte Forschung ist für die Aufgabenerfüllung der PTB in innovativen Feldern auch in Zukunft von höchster Bedeutung, und dementsprechend stark hat sich die PTB in die Diskussion der Struktur eines Nachfolgeprogrammes eingebracht. Nach einem Brainstorming-Meeting der Präsidenten aller europäischen Metrologieinstitute Anfang des Jahres im Institut Berlin der PTB wurde der nachhaltige Aufbau von europäischen Netzwerkstrukturen zu strategisch wichtigen Themen in der Metrologie, wie in der Chemie oder der Digitalisierung, als besonders wichtiges Element eines Folgeprogramms identifiziert.

Der Aufbau einer funktionierenden Qualitätsinfrastruktur (QI) mit dem Eckpfeiler Metrologie ist das Markenzeichen des Fachbereiches Internationale Zusammenarbeit der PTB, der den Begriff der QI weltweit mitetabliert hat. Der PTB-Fachbereich war Mitorganisator sogenannter „Side-Events“ zur QI beim sechsten Review der „Global Trade Initiative“ der Welthandelsorganisation in Genf, auf der 23. UNKlimakonferenz in Bonn sowie zum „Jahr der QI in Afrika“, Letzteres im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des südafrikanischen Metrologieinstituts. Gerade in Afrika, das Deutschland zu einem der Schwerpunkte seiner G20-Präsidentschaft gemacht hat, engagiert sich die PTB schon seit vielen Jahren erfolgreich. Insbesondere unterstützt sie auch den Aufbau übergeordneter Strukturen, etwa der regionalen Metrologie-Organisation AFRIMETS oder des Pan African Quality Infrastructure (PAQI) Forum.

Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Bedeutung und des damit verbundenen personellen Aufwuchses der Fachbereiche Internationale Zusammenarbeit, Informationstechnologien und Technische Infrastruktur wurde aus der ehemaligen Abteilung Querschnittsdienste heraus die neue Abteilung 9 Gesetzliche und internationale Metrologie gegründet. Die PTB wird so ihre Schlagkraft und Effizienz sowohl in der gesetzlichen und internationalen Metrologie als auch in der Informationstechnologie und in der Bereitstellung einer zunehmend komplexer werdenden technischen Infrastruktur deutlich erhöhen können.

Wieder werden Sie in diesem Bericht eine große Zahl weiterer Highlights finden, wie die Eröffnung eines DFG-Gerätezentrums „Metrologie für ultraniedrige Magnetfelder“ basierend auf den in diesem Bereich weltweit einzigartigen Messeinrichtungen und Kompetenzen der PTB, die Feiern zu „40 Jahre Deutscher Kalibrierdienst“, den ersten Digitalen Zwilling in der Wägetechnik, die genaueste Untersuchung der Wechselwirkung von Windenergieanlagen mit Navigationsund Radaranlagen und vieles mehr.

Ich bedanke mich herzlich bei allen PTBisten für ihre engagierte, zuverlässige, kompetente und verantwortungsvolle Arbeit in allen Bereichen. Das vertrauensvolle Miteinander, die Übernahme von Verantwortung auf jeder Ebene, Hilfsbereitschaft nach innen und nach außen, Kundenorientiertheit und Flexibilität sind nicht nur der Schlüssel zum Erfolg, sondern auch – und vielleicht noch wichtiger – die Grundlage einer erfüllten täglichen Arbeit ganz im Sinne des Mottos unseres Mitarbeitertages: „You’ve got the power“!

 

Printversion des Jahresberichts

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Temperatur und Synchrotronstrahlung (Abteilung 7)

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