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PTB bietet erstmals Plätze für Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr

Am QUEST-Institut an der Bundesallee in Braunschweig erhalten Abiturienten für ein Jahr Einblicke in die Welt der Quantenphysik

13.05.2013

Seit zwei Jahren können Schüler die Zeit nach dem Abitur für ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr (FWJ) nutzen. Das zwölfmonatige Praktikum soll ihnen die Berufsorientierung erleichtern, neue Perspektiven eröffnen und die Eingangsschwelle in wissenschaftliche und technische Studiengänge senken. 2012 ergriffen bereits 60 Abiturienten die Gelegenheit, zum Beispiel an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) an neuen Therapieverfahren zu forschen oder am Laserzentrum Hannover mit gebündeltem Licht zu experimentieren. In diesem Jahr werden erstmals auch bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zwei FWJ-Plätze angeboten. Abiturienten haben noch bis zum 1. Juni Zeit, sich zu bewerben. Das Praktikum beginnt im September.

Teamarbeit wird im QUEST-Institut der PTB großgeschrieben: Doktoranden beim Justieren eines Laserstrahls.

Justage eines optischen Spiegelaufbaus zur Erzeugung von ultraviolettem Licht.

Piet Schmidt

Tanja Mehlstäubler

Relativistische Erdvermessung, optische Atomuhren, lasergekühlte Ionenkristalle - was am Institut für Experimentelle Quantenmetrologie des Centre for Quantum Engineering and Space Time Research (QUEST) der PTB gemacht wird, ist nicht gerade Stoff für den Grundkurs Physik. Im letzten Jahr gab es für eine der Methoden, mit denen auch die Physiker bei QUEST forschen, sogar den Nobelpreis. Ist das Praktikum also lediglich etwas für Genies und Physik-Nerds?

"Man muss keinen Leistungskurs belegt haben, um sich zu bewerben", sagt Tanja Mehlstäubler, Nachwuchsgruppenleiterin bei QUEST, und führt aus: "Wichtiger sind Begeisterung und Interesse an Naturwissenschaften, Neugier und die Fähigkeit zu logischem, analytischem Denken." Auch Piet Schmidt, der das Institut an der PTB in Braunschweig leitet, beruhigt: "Wir knobeln hier nicht den ganzen Tag über Grundfragen der Quantenmechanik. De facto arbeiten wir die meiste Zeit mit Schraubenzieher und Lötkolben im Labor, justieren Spiegel oder drücken Knöpfe am Computer."

Diesen Arbeitsalltag sollen die Praktikanten im FWJ in der PTB kennenlernen, um einen Eindruck zu erhalten, was sie im Berufsleben eines forschenden Physikers erwartet. "Viele Physiker haben keine Ahnung, was im Beruf auf sie zukommt", so Schmidt. "An der Uni kommt man eigentlich frühestens im sechsten Semester mit dem praktischen Laboralltag in Kontakt." Da sei es sinnvoll, schon vor dem Studium zu prüfen, ob eine solche Arbeit das Richtige sei.

Zwei Abiturienten wollen Schmidt und Mehlstäubler ab September einen solchen Einblick in physikalische Grundlagenforschung an ihrem Institut in der PTB ermöglichen. Den FWJlern wollen sie dabei viel Freiraum lassen: Je nach Interesse können sie sich eigene Schwerpunkte suchen. Ob Laser, Optik, Elektrotechnik, Programmierung oder doch eher eine Vertiefung in die Theorie der Quantenphysik - "Die Praktikanten können sich bei uns ihre eigene Nische suchen", sagt Tanja Mehlstäubler.

Piet Schmidt ist überzeugt: "Beim FWJ kann man Erfahrungen und Motivation sammeln, die dann helfen, erfolgreich durch das Studium zu kommen." Die Arbeit mit nobelpreiswürdigen Methoden kann diese Motivation nur fördern. Und eins ist sicher: 2012 wird nicht das letzte Jahr gewesen sein, in dem der Physik-Nobelpreis an einen Quantenphysiker vergeben wurde.

Wie und wo bewerben?

FWJ-Plätze in Braunschweig bietet neben der PTB auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. An der MHH und der Leibnitz Universität Hannover liegen die Schwerpunkte bei Projekten in der Biomedizin.

Bewerbungen mit Lebenslauf, Lichtbild, letztem Schulzeugnis und einem Anschreiben, aus dem die Motivation für die Bewerbung und gewünschte Einsatzbereiche hervorgehen, sind per E-Mail oder Post bis spätestens 1. Juni 2013 zu richten an:

Medizinische Hochschule Hannover
Beauftragte für die Freiwilligen Dienste
Nadine Dunker - OE 0009
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
E-Mail: dunker.nadine(at)mh-hannover.de
Die weitere Kommunikation erfolgt per E-Mail. Die Vorstellungsgespräche mit den Projektbetreuern finden in der Zeit vom 05.06. bis 30.06. statt.

Weitere Informationen zum FWJ

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Ansprechpartner in der PTB

Prof. Dr. Piet O. Schmidt,
QUEST-Institut der PTB,
Tel. (0531) 592- 4700,
E-Mail: piet.schmidt(at)ptb.de


Dr. Tanja Mehlstäubler,
PTB-Fachbereich 4.43 Optische Uhren mit einzelnen Ionen,
Tel. (0531) 592-4422,
E-Mail: tanja.mehlstaeubler(at)ptb.de