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Kleinstraketen, Kampfroboter und neue biologische Waffen?

Vortrag innerhalb der Vortragsreihe "Mikro- und Nanotechnik für die Gesellschaft"

02.06.2006

Forum des Braunschweigischen Landesmuseums
Donnerstag, 8. Juni 2006, 19:00 Uhr
Burgplatz 1, 38100 Braunschweig

Dr. Jürgen Altmann,
Universität Dortmund

Spricht zum Thema:
Kleinstraketen, Kampfroboter und neue biologische Waffen? Militärische Nanotechnik und vorbeugende Rüstungsbegrenzung

Die Nanotechnologie hat einen Januskopf: Neben zahlreichen zivilen Anwendungen lässt sie sich auch militärisch nutzen. In seinem Vortrag am Donnerstag, 8. Juni 2006, um 19.00 Uhr im Forum des Braunschweigischen Landesmuseums, wird Dr. Jürgen Altmann von der Universität Dortmund die gegenwärtige militärische Forschung in der Nanotechnologie darstellen, die Überlegungen zu besonderen Gefahren erläutern und in einer Reihe spezifischer Bereiche vorbeugende Begrenzungen vorschlagen. Der Vortrag läuft im Rahmen der Reihe "Mikro- und Nanotechnik für die Gesellschaft".

Viele Länder und die EU haben große Förderprogramme für Nanotechnik gestartet. Die meisten sind auf zivile Anwendungen gerichtet – es gibt jedoch auch militärische Forschung und Entwicklung. Insbesondere in den USA gehen 1/4 bis 1/3 der Aufwendungen für die National Nanotechnology Initiative an das Verteidigungsministerium. Technikfolgenabschätzungen zur Nanotechnologie nehmen militärische Anwendungen bisher kaum in den Blick. Das ist umso problematischer, als es dabei um die gezielte Vorbereitung von Schädigung und Zerstörung geht - was man im zivilen Bereich gerade verhindern möchte.

Beim Militär kursieren bereits unzählige Ideen für Einsatzgebiete der Nanotechnologie, von Strategieplanung und Logistik zu Gefechtsführung und Waffen. Die Ingredienzien sind kleinste Rechner, mächtige Programmsysteme, hochfeste Materialien, energiereichere Treib- und Explosivstoffe. Kleinste Sensoren, Miniaturflugkörper, variable Tarnung, autonome Kampfsysteme, Implantate zur Überwachung und Beeinflussing von Körperfunktionen.

Solche neuen Anwendungen sollten aus der Sicht auf internationalen Sicherheit und Stabilität beurteilt werden – enge Orientung an der eigenen militärischen Stärke blendet die internationalen Wechselwirkungen eher aus. Zu Grunde legen kann man die Kriterien präventiver Rüstungskontrolle (Abrüstung/Kriegsvölkerrecht, Stabilität/Nichtverbreitung, Mensch/Gesellschaft/Umwelt).