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DKD Masse & Waagen

7. Masse und Waagen

Steffen Osang

 

Der Fachausschuss Masse und Waagen wurde 1995 gegründet. Er vereinigt die akkreditierten Kalibrierlaboratorien für Gewichte und für Waagen. Derzeit sind ca. 75 akkreditierte Kalibrierlaboratorien, interessierte Experten aus dem In- und Ausland, sowie Vertreter der PTB Mitglied des Fachausschusses.

Die SI-Einheit der Masse ist das Kilogramm. Es wird nach der Ablösung des internationalen Kilogramm-Prototyps („Urkilogramm“) durch die Neudefinition der Maßverkörperung Masse mit der Planck-Konstante h repräsentiert (Avogadro-Projekt bzw. Wattwaagen Projekt).

Die im Fachausschuss Masse vereinten Kalibrierlaboratorien garantieren mit der metrologischen Rückführbarkeit ihrer Kalibrierergebnisse auf die SI-Einheit der Masse, dass Wägeergebnisse vergleichbar sind.

 

Die Kalibrierlaboratorien für Gewichte kalibrieren Gewichtstücke der Nennwerte 1 mg bis 5 t. Kalibrierte Gewichte werden meist als Normale zur Justage und Kalibrierung von Waagen verwendet. Die Kalibrierung von Gewichtstücken erfolgt durch hochgenauen Massevergleich mit einem Referenzgewicht gleichen Nennwertes. Dazu werden Komparatorwaagen verwendet, die z. B. ein Kilogramm auf 1 µg differenzieren können.

Gewichte werden in Anwendung der international anerkannten Empfehlung OIML R111:2004 der Organisation Internationale de Metrologie Légale kalibriert. Einige im Fachausschuss vertretene Kalibrierlaboratorien erfüllen die Anforderungen der höchsten Genauigkeitsklasse für Gewichte gemäß OIML R111 (Klasse E1), so dass dort kleinste relative Messunsicherheiten von bis zu 15 · 10–8 erreicht werden.

 

Die Kalibrierung von Waagen wird überwiegend beim Kunden vorgenommen, um die Umgebungsbedingungen am Verwendungsort der Waage zu berücksichtigen. Die Laboratorien bestimmen mit genauen und rückgeführten Prüfgewichten die Anzeigeabweichung der jeweiligen Waage. Das Spektrum der kalibrierten Waagen reicht von sehr empfindlichen Analysen- und Mikrowaagen bis hin zu hochlastigen Fahrzeugwaagen. Die kleinste relative Messunsicherheit der Kalibrierergebnisse, die unter sehr guten Bedingungen und mit sehr genauen Prüfgewichten für Analysen- und Mikrowaagen erreicht wird, liegt bei 1 · 10–6.

Verfahren und Anforderungen an die Kalibrierung von Waagen stammen aus der Richtlinie EURAMET cg 18 (Guideline on the Calibration of Non-Automatic Weighing Instruments), an deren Erarbeitung und Weiterentwicklung der Fachausschuss maßgeblich beteiligt war. Die deutsche Übersetzung wurde 2018 als Richtlinie DKD-R 7-2 veröffentlicht.

Ringvergleiche für Waagen und Gewichte werden regelmäßig vom Fachausschuss initiiert.

Ein DKD-Expertenbericht zur Kalibrierung von nichtselbsttätigen Hochlastwaagen mit dem Ersatzlastverfahren steht kurz vor der Fertigstellung.

 

Steffen Osang im Februar 2020