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Mit Metrologie in die Zukunft - Herausforderung Digitalisierung

PTB auf der Hannover Messe: Digitaler Workflow für metrologische Dienstleistungen

Durchgängiger Informationsfluss: Ausgehend vom PTB-Kundenportal erhalten Hersteller in Zukunft ein digitales Kalibrierzertifikat in der Metrology Cloud

Presseinformation
15.03.2021

Durch die Digitalisierung entstehen ständig neue Produkte, Dienstleistungen und Produktionsabläufe. Auch Messgeräte selbst sind zunehmend mit digitaler Technik und automatisierter Datenverarbeitung verzahnt. Hier muss die Qualitätssicherung Schritt halten, indem sie gleichermaßen Zulassungen, Konformitätsbewertungen und Kalibrierungen digitalisiert und dieser neuen Welt anpasst. Oberste Priorität bleiben dabei die Sicherheit von und das Vertrauen in Messwerte. In diesem Sinne hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) für ihre zahlreichen metrologischen Dienstleistungen einen digitalen Workflow entwickelt. Er basiert auf einem elektronischen Kundenportal, digitalen Kalibrierzertifikaten und einer Plattform (Metrology Cloud), die künftig den europäischen Austausch metrologischer Daten ermöglichen soll. Auf der Hannover Messe 2021, die vom 12. bis 16. April in digitaler Form stattfindet, erklären Fachleute in Live-Chats und Videos die technischen Grundlagen und wie Kunden davon profitieren. Hier geht es zur Opens external link in new windowAnmeldung zur Hannover Messe 2021.

Die Grafik veranschaulicht den digitalen Workflow für metrologische Dienstleistungen der PTB. Alles beginnt mit der Eingabe relevanter Daten auf der Kundenplattform E-Services durch den Kunden selbst. Abbildung: PTB

Für einen besseren Service, mehr Transparenz und effizientere Arbeit soll der digitale Workflow in der PTB zukünftig interoperabel sein: Daten werden so verarbeitet, dass sie ohne Medienbrüche in den komplexen internen Prozessen verwertet und automatisch weitergegeben werden. Diese Interoperabilität kann nur durch eine durchgängig konsistente Nutzung von Metadaten während des gesamten Bearbeitungsprozesses gewährleistet werden. Am Anfang stand in der PTB die Entwicklung des maschinenlesbaren digitalen Kalibrierzertifikats, um Informationen medienbruchfrei weiterzugeben. Dieser Ansatz wird aktuell übertragen auf andere Dokumente wie Konformitätsbescheinigungen oder Prüfberichte. Ein Teil der notwendigen Daten kommt direkt aus dem Kundenportal, den sogenannten E-Services, und gelangt von dort in das Dokumentenmanagementsystem – die E-Akte.

Um die Interoperabilität in der digitalen Kommunikation zu erreichen, ist die Eindeutigkeit der Darstellung der Maßeinheit grundlegend. Die PTB entwickelt dafür ein effizientes Datenmodell. Für die Harmonisierung der verwendeten Informationen arbeitet die PTB außerdem an einem Thesaurus, um eine PTB-weit konsistente Behandlung von Schlagworten, Metadaten und Fachbegriffen in digitalen Plattformen zu fördern. Für die Integration der PTB-Dienstleistungen in eine interoperable digitale Qualitätsinfrastruktur entwickelt die PTB die European Metrology Cloud. Diese bildet den Grundstein, um digitale Dienstleistungen zukünftig den verschiedenen Nutzern, wie z.B. Konformitätsbewertungsstellen, Marktaufsicht, Hersteller oder Verwender im gesetzlichen Messwesen, anzubieten und die verschiedenen Infrastrukturen miteinander zu vernetzen. Dabei entscheiden die einzelnen Nutzer, welche Daten ausgetauscht werden und behalten gleichzeitig ihre Datensouveränität. Damit unterstützt die Initiative auch das Projekt GAIA-X der Bundesregierung.

PTB-Ansprechpartnerin

Dr. Anke Keidel

Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Koordination Digitalisierung

Telefon: (030) 3481-7793

E-Mail: anke.keidel@ptb.de