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Into the Future with Metrology - The Challenges of Digitalization

Explosionsschutz in Zeiten neuer Technologien

Ein zweitägiger Workshop am 14./15. Februar 2024 in der PTB geht den Fragen nach, wie sich die Energiewende und die Digitalisierung in der Industrie auf den Explosionsschutz und die dazugehörigen Regelwerke auswirken.

Presseinformation
14.02.2024

„Sicherheit am Arbeitsplatz!“ – dies steht als oberstes Gebot überall dort, wo Menschen arbeiten, und im Besonderen dort, wo Risiken unumgänglich sind. Dann gilt es, die Risiken so zu begrenzen, dass ein sicheres Arbeiten möglich wird. Dies gilt umso mehr in explosionsgefährdeten Bereichen, etwa in der Chemieindustrie, bei energietechnischen Anlagen und generell dort, wo Zündquellen, etwa elektrische Funken oder besonders hohe Temperaturen, zur Katastrophe führen können. Wenn neue Technologien Arbeitsplätze verändern oder neue Arbeitssituationen schaffen, muss die Forderung, Sicherheit zu schaffen, sehr ernst genommen werden. Diesem Themenkomplex widmet sich ein zweitägiger Workshop, zu dem das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) alle Hauptakteure auf diesem Gebiet für den 14. und 15. Februar eingeladen haben. 

Angesichts einer sich technologisch stark verändernden Welt müssen auch im Explosionsschutz Strategien entworfen werden, wie die Arbeitsplätze der Zukunft sicher gestaltet werden können. Die dahinterstehenden gesetzlichen Regelwerke sind die nationale Explosionsschutzverordnung sowie die europäische ATEX-Richtlinie 2014/34/EU (ATEX ist die Abkürzung für den französischen Begriff für explosionsgefährdete Bereiche: „Atmosphère Explosibles“).

Die industrielle Massenproduktion von grünem Wasserstoff als ein Eckpfeiler der Energiewende und auch die zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen sind zwei beispielhafte Szenarien, deren Konsequenzen auch im Explosionsschutz berücksichtigt werden müssen. Denn solche technologischen Neuerungen wirken sich auf die Produkte, die Produktionsprozesse und die damit verbundenen Dienstleistungen aus. Im Kern geht es also darum, die Qualitätsinfrastrukturen im Explosionsschutz zukunftssicher zu gestalten.

Aus diesem Grund treffen sich die Hauptakteure des Explosionsschutzes zu einem umfassenden Erfahrungsaustausch im Institut Berlin der PTB. Bei dem Workshop sind daher vertreten: das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS), die Berufsgenossenschaften, die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) sowie die Marktüberwachung.

Zwei Themenbereiche wird der Workshop im Hinblick auf Explosionsrisiken besonders beleuchten: die Digitalisierung und eine Wasserstoffinfrastruktur, bei der insbesondere Elektrolyseure im industriellen Maßstab eine große Rolle spielen. Was bedeutet all das für das gesetzliche Regelwerk? Welche Herausforderungen stellen sich im Besonderen für die europäische ATEX-Richtlinie und damit für die nationale Explosionsschutzverordnung? Zu diesen und vielen weiteren Fragen werden sich alle Teilnehmenden intensiv austauschen und Leitlinien skizzieren, wie Arbeitsplätze in explosionsgefährdeten Bereichen auch in Zukunft sicher bleiben. In den Worten der Gastgeber Michael Beyer und Martin Thedens der PTB: „Die Energiewende und die Digitalisierung sind Herausforderungen, denen sich auch der Explosionsschutz in der PTB stellt. Mit unserer Forschung und Entwicklung werden wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnerinstitutionen zu einer smarten und sicheren Zukunft maßgeblich beitragen.“

PTB-Ansprechpartner

Dr. Michael Beyer, PTB-Fachbereich „Grundlagen des Explosionsschutzes“, E-Mail: michael.beyer@ptb.de, Telefon: (0531) 592 3700

Dr. Martin Thedens, PTB-Fachbereich „Explosionsgeschützte Sensorik und Messtechnik“, E-Mail: martin.thedens@ptb.de, Telefon: (0531) 592 3600