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Zuverlässige Bestimmung der Ionenaktivität für diagnostische Zwecke in der klinischen Chemie

12.11.2009

Die Ionenaktivität als Maß für die wirksame Konzentration eines Ions ist in der klinischen Chemie eine Messgröße, die wichtige Informationen über den Zustand eines Patienten gibt.

Die genaue und zuverlässige Messung der Ionenaktivität ist daher von besonderem Interesse.

On-line-Messungen der Ionenaktivität in der Intensivmedizin haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Zur Messung kommen so genannte ionenselektive Elektroden (ISE) in Blutanalysatoren zum Einsatz. Problematisch ist hierbei jedoch die große Unsicherheit, mit der die Analysenresultate behaftet sind. Der Grund hierfür liegt zum einen in der Geräteabhängigkeit der Messergebnisse. Zum anderen kommen bei der Bestimmung der Ionenaktivität mathematische Faktoren zum Einsatz, die nur für eine definierte Blutserumzusammensetzung genaue Ergebnisse liefern. So wird eine Abweichung von etwa 5% vom „wahren Wert“ geschätzt, die häufig zu Fehldiagnosen mit zum Teil tödlichen Folgen führt. Ein am METAS und der PTB entwickeltes Durchflusssystem für ISE-Messungen arbeitet mit einer erweiterten relativen Messunsicherheit von lediglich 1%, was für eindeutige Diagnosen in der klinischen Chemie unerlässlich ist. Neben der bereits realisierten geringen Unsicherheit soll eine Rückführung der Ionenaktivität auf das SI erreicht werden. Der Einsatz der ISE-Durchflussmesssysteme in der klinischen Diagnostik kann schließlich zu einer deutlich erhöhten Zuverlässigkeit der gestellten Diagnosen führen.

Ansprechpartner:

P. Spitzer, AG 3.13, Petra.Spitzer(at)ptb.de