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Messplatz für Elementspeziesanalytik eingerichtet

12.11.2009

Die Arbeitsgruppe „Anorganische Analytik“ konnte im vergangenen Jahr das Spektrum seiner analytischen Messmöglichkeiten um die Speziesanalytik erweitern. Hierbei handelt es sich um eine zunehmend an Bedeutung gewinnende Disziplin der anorganischen Analytik, bei der die Moleküle, in denen die Elemente gebunden sind, also die Spezies, gemessen werden. Erst der Speziesgehaltes erlaubt es, die Toxizität, Bioverfügbarkeit und Mobilität eines Stoffes, also auch die Eigenschaften, die für den Eintrag von Schadstoffen in die Nahrungsmittelketten und in biologische Systeme von zentraler Bedeutung sind, richtig zu beurteilen. Der heute überwiegend gemessene Gesamtgehalt eines Elementes ist dagegen weniger aussagekräftig.

Es ist beabsichtigt, sich zunächst mit Aufgaben aus dem Bereich der klinischen Chemie zu befassen. Dazu gehören die Entwicklung von primären Messverfahren für Selen- und Eisenproteine in Humanserum. Selenproteine sind wegen ihrer krebsvorbeugenden Eigenschaften von Interesse. Die Selenthematik wird im Rahmen eines IMERA+ Projektes bearbeitet. Transferrin und Ferritin sind Proteine die für den Eisenhaushalt des Menschen von zentraler Bedeutung sind. Beide gehören nach der Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK) zu den prioritären Substanzen der klinischen Chemie. Für diese gibt es z.Zt keine metrologisch zuverlässigen Messverfahren.

 

Ansprechpartner:

D. Schiel, AG 3.11, Detlef.Schiel@ptb.de