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Woche der Umwelt

Am 4. und 5. Juni 2024 ist die PTB als Aussteller bei der Opens external link in new windowWoche der Umwelt im Park von Schloss Bellevue in Berlin vertreten. Das dort von der PTB präsentierte Thema: „Kosmische Hilfe für irdische Bodenfeuchtemessungen“. Dabei handelt es sich um ein europäisches Projekt (Kurztitel SoMMet) mit insgesamt 18 Partnerinstitutionen. Zur Woche der Umwelt – mit ihrem Fokus auf Projekten für eine nachhaltige Zukunft – laden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein. Die Woche der Umwelt ist eine öffentliche Veranstaltung, für die allerdings eine Anmeldung bis zum 15. Mai 2024 zwingend erforderlich ist. Bitte melden Sie sich unter folgendem Link an:

Opens external link in new windowhttps://www.woche-der-umwelt.de/gaeste/

Die Veranstaltungszeiten im Park von Schloss Bellevue sind für angemeldete Personen wie folgt:

  • Dienstag, 4. Juni: 9:00 – 18:00 Uhr (Einlass ab 8:00 Uhr)
  • Mittwoch, 5. Juni: 9:00 – 17:00 Uhr (Einlass ab 8:00 Uhr)

Die PTB wird im Park von Schloss Bellevue auf dem Standplatz 47 im Themenareal „Natur/Landnutzung“ zu finden sein.

Hier geht es zumOpens external link in new window Lageplan der Woche der Umwelt.

Die PTB präsentiert auf der Woche der Umwelt: mit Neutronenstrahlung die Bodenfeuchte messen

Wasser ist eine knappe Ressource. Es effizient zu nutzen, wird mit steigender Weltbevölkerung und dem Klimawandel noch dringlicher. Daher ist es wichtig, die Bodenfeuchte präzise zu messen, da sie direkte Auswirkungen auf die Bewässerungspraktiken und somit die Wasserreserven hat. Eine Lösung kommt „von ganz oben“: Das Cosmic-Ray Neutron Sensing (CRNS) misst die Bodenfeuchte auf größeren Flächenstücken, wie sie in der Agrarwirtschaft relevant sind. Hier setzt das europäische Projekt SoMMet an.

Cosmic-Ray Neutron Sensing (CRNS): Um die Feuchte im Erdboden zu messen, nutzt die CRNS-Methode kosmische Strahlung, die kontinuierlich aus dem Weltraum auf unsere Erde trifft. Durch Wechselwirkungen mit der Atmosphäre entstehen dabei Neutronen. Die Reflektion dieser Neutronenstrahlung an der Landoberfläche variiert je nach der Wassermenge im Boden oder in den Pflanzen. Aus dem Spektrum der gestreuten Neutronen ergibt sich, wie viel Wasser im Boden gespeichert ist. Ein einzelner CRNS-Detektor kann dabei die Bodenfeuchte in einem Radius von etwa 100 m um den Sensor herum ermitteln und somit wichtige Informationen liefern, um die Bewässerung in der Landwirtschaft zu steuern.

Im Vergleich zur CRNS nutzen herkömmliche Verfahren zur Bodenfeuchtemessung Punktsensoren und Satelliten. Bei der Punktmessung wird die Bodenfeuchte durch in den Boden eingebrachte Sonden direkt gemessen. Die satellitengestützten Bodenfeuchtemessungen nutzen Methoden der Fernerkundung. Während die Punktmessungen nur begrenzte räumliche Informationen liefern, können die satellitengestützten Daten mehrere Kilometer abdecken, jedoch mit geringen Eindringtiefen und grober räumlicher Auflösung. Im SoMMet-Projekt werden die Verfahren auf den unterschiedlichen Messskalen miteinander verglichen, Störgrößen identifiziert und die Messungen auf das internationale Einheitensystem SI rückgeführt.

Die Bodenfeuchte hat übrigens nicht nur Auswirkungen auf die Landwirtschaft, sondern ist als Teil des globalen Wasserkreislaufs ein wichtiger Schlüsselfaktor für Wetter und Klima. Für ein besseres Verständnis all dieser Zusammenhänge braucht man genaue Messdaten.