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EURADOS-Messvergleich für passive H*(10)-Ortsdosimeter

14.12.2015

Der erste internationale Messvergleich für passive H*(10)-Ortsdosimeter wurde auf den Referenz-Messplätzen für Umgebungsstrahlung der PTB durchgeführte, um passive Ortsdosimetriesysteme von europäischen Messstellen zu testen. Derartige Systeme werden häufig zur Überwachung nukleartechnischer Anlagen verwendet. Die für die Qualitätssicherung der beteiligten Messstellen wichtigen Resultate sind insgesamt vielversprechend.

Die PTB führte im Rahmen einer Kollaboration mit der European Radiation Dosimetry Group (EURADOS) im Sommer 2014 einen internationalen Messvergleich für passive H*(10)-Ortsdosimeter durch. Derartige Systeme werden häufig zur Überwachung nukleartechnischer Anlagen verwendet. 30 Dosimetrie-Messstellen aus 16 Staaten nahmen mit insgesamt 33 Dosimetrie-Systemen an dem Vergleich teil, darunter alle offiziellen deutschen Dosimetrie-Messstellen.

Insgesamt wurden mehr als 500 Dosimeter auf verschiedenen Referenz-Messplätzen für Umgebungsstrahlung der PTB für jeweils 3 oder 6 Monate exponiert, wobei die PTB jeweils mit aktiven Dosimetern Referenzwerte rückführbar auf die Primärnormale unabhängig von den Teilnehmern ermittelte. Getestet wurde das Ansprechvermögen der Dosimetrie-Systeme für kosmische Strahlung, für terrestrische Strahlung und die Absolutkalibrierung. Folgende Messplätze wurden verwendet: Der Referenzmessplatz für natürliche Umgebungsstrahlung (Freifeld), der Referenzmessplatz für kosmische Strahlung (künstliche schwimmende Plattform auf einem See) und eine Gamma-Be­strahlungsanlage ("Hartlep-Anlage"). Die Messung der Transportdosis geschah direkt mit hoher Präzision, indem während der Exposition der übrigen Dosimeter die Transportdosimeter im Untertagelaboratorium UDO II eingelagert wurden, weil dort die akkumulierte Dosis auch nach mehreren Monaten vernachlässigt werden kann.

Dies war der erste internationale Messvergleich für passive H*(10)-Ortsdosimeter. Die Ergebnisse sind wichtig für die Qualitätssicherung der beteiligten Messstellen. Die Resultate waren insgesamt vielversprechend. Die meisten Messwerte wichen nicht mehr als 20 % von den Referenzmesswerten der PTB ab. Der Messvergleich zeigte aber auch einige Fehler oder Schwächen auf, sodass die Messstellen in die Lage versetzt wurden, Verbesserungen durchzuführen.