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Asbestverdacht in Kindertagesstätte

Proben der Raumluft werden heute entnommen und von einem Gutachter analysiert

29.05.2018

Im Gruppenraum der Kindertagesstätte auf dem Gelände der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) sollte eine kleine gute Tat geschehen, nämlich der Einbau eines erhöhten Spielepodestes. Bei den dafür notwendigen kleineren Umbauarbeiten an einer Wand könnten allerdings Asbestfasern, wenn auch nur in geringen Mengen, aus dem Wandputz freigesetzt worden sein – so die Sorge bei den Verantwortlichen der PTB. Vorsorglich wurde der Bereich daher sofort mit einer Staubschutzwand von den übrigen Räumen der Kita abgegrenzt. Die genauen Analysen laufen derzeit. Im Zweifelsfall steht eine professionelle Sanierung des betroffenen Bereiches an, die voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen wird.

Als die Kindertagesstätte auf dem PTB-Gelände im Jahr 2010 gegründet wurde, mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. als Trägerin, zog sie in ein zuvor teilsaniertes Gebäude (Baujahr 1972), das ehemalige Gästehaus der PTB,  ein. Einen irgendwie gearteten Hinweis auf Asbest gab es zu der damaligen Zeit nicht. Etwas überraschend daher die jetzt vorliegende Situation. Bei den vorbereitenden Arbeiten an der fraglichen Wand wurden auch einige Dübel aus der Wand gezogen und mit diesen etwas vom Wandputz abgelöst. Da dies bei alten Gebäuden (mit einem Baujahr vor 1996) immer ein gewisses Asbestrisiko bedeutet, wurde von der PTB ein Gutachter beauftragt, Materialproben zu entnehmen und zu analysieren. Und in einer der zwei sogenannten Mischproben (zusammengesetzt aus Einzelproben von mehreren Wandstellen) wurden dabei Asbestfasern festgestellt. Die Analyse der heute entnommenen Luftproben wird zeigen, wie stark die Asbestbelastung tatsächlich ist.

Zur Einordnung: Die natürliche Umgebungsbelastung mit Asbest (also das, was uns „natürlich“ umgibt) liegt im Mittel schätzungsweise zwischen 50 und 150 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft (F/m3). Nach einer erfolgreichen Sanierung muss die Asbestkonzentration in der Raumluft unter dem Grenzwert von 500 F/m3 liegen.

Während die Raumluftproben zurzeit noch analysiert werden, beginnen die Schadstoffsanierer bereits zügig mit der Arbeit. Nach Abschluss der Arbeiten und einer gründlichen Reinigung von Raum und Mobiliar werden sämtliche Bereiche ein weiteres Mal beprobt, um jegliche Gefährdung für die Kinder und Betreuer unserer Kita auszuschließen. Bis dahin trennt eine sichere Staubschutzwand den betroffenen Raum vom übrigen Gebäude ab. Außerhalb dieses nun gesperrten Raumes geht der Kita-Betrieb weiter.

jes/ptb