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Funkenflug und Hochspannung ohne Folgen: 200 Jahre Explosionsschutz

Festkolloquium am 9. November 2015 in der PTB

04.11.2015

Zuweilen kündigte sich die Gefahr im Schacht durch Atembeschwerden an, doch längst nicht immer. Schlagwetter, das explosionsfähige Gemisch aus Methan und Luft, konnte sich jederzeit an den offenen Grubenlampen der Bergleute entzünden und für Witwen und Waisen sorgen. Bis Sir Humphry Davy vor genau 200 Jahren die nach ihm benannte Davylampe erfand – das erste explosionsgeschützte Betriebsmittel der Welt. Am 9. November blickt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) gemeinsam mit weiteren Experten zurück auf 200 Jahre Explosionsschutz.

Diese historische Grubenlampe arbeitet nach dem Prinzip der Davylampe: Das den Docht umgebende Flammsieb lässt zwar Luft und Abgas zu- und ausströmen, verhindert aber die Entzündung des explosiven Methan-Luft-Gemisches. Foto: PTB

Ob im Bergbau oder der Industrie – wo sich brennbare Stoffe mit Luft mischen, kann ein Funke, eine heiße Oberfläche oder offene Flamme schnell zur Zündquelle werden. In der PTB sind mehr als 50 Mitarbeiter damit beschäftigt, solche Gefahrensituationen zu analysieren sowie Geräte und Schutzeinrichtung auf den Prüfstand zu stellen, um Explosionen zu verhindern oder den durch sie entstandenen Schaden möglichst gering zu halten. Ihre Expertise genießt weltweit hohes Ansehen, denn Explosionsschutzprüfungen sind technisch vielfältig und anspruchsvoll.

Die Idee des Explosionsschutzes reicht weit zurück in der Menschheitsgeschichte. Die ersten „Fachleute“ auf diesem Gebiet waren wohl Hohepriester, Medizinmänner und später Pfarrer, denn Explosionen galten als Werk böser Mächte, da ihre Ursachen – brennbare Gase wie Methan, Kohlenmonoxid und Wasserstoff − oftmals farb- und geruchlos waren. Heute betreibt die PTB Explosionsschutz und dessen Erforschung auf höchstem technischen Niveau. Ihre Mitarbeiter haben mindestens eintausend Veröffentlichungen zu diesem Thema geschrieben und mehr als 100.000 Prüfzertifikate vergeben. Gemeinsam mit Partnern wie dem Bundesamt für Materialforschung und -prüfung, der DEKRA EXAM und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie sorgen sie für ein Höchstmaß an Sicherheit bei Produktion, Transport und Fertigung. if/ptb

Ansprechpartner
Ulrich von Pidoll, PTB-Arbeitsgruppe 3.73 Physikalische Zündvorgänge, Telefon: (0531) 592-3431, E-Mail: ulrich.v.pidoll@ptb.de

PTB-Festkolloquium 200 Jahre Explosionsschutz
09.11.2015, 10:30 Uhr, Hörsaal der PTB, Kohlrauschbau, Bundesallee 100, 38116 Braunschweig. Der Eintritt ist frei.

Programm

10:30 Uhr Beginn der Veranstaltung und Begrüßungsworte
Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der PTB


Die Verhinderung von Explosionen im Bergbau einst und jetzt
Dr. Michael Wittler, Dekra-Exam

Die ersten Explosionen in der Industrie und ihre Verhinderung durch die Berufsgenossenschaften damals und heute
Dr. Oswald Losert, BG RCI

Mittagspause mit Verpflegungsbuffet

Arbeitsschutz im Militärversuchsamt und in der Chemisch-Technischen Reichsanstalt (CTR) 1907 bis 1945 Dr.
Ulrich von Pidoll, PTB

Geschichte und Aufgaben der BAM – von ihrer Gründung 1945 aus CTR und Materialprüfungsanstalt bis heute
Dr. Thomas Schendler, BAM

Geschichte und Aufgaben der PTB – von ihrer Neugründung 1947 in Braunschweig mit Übernahme von Arbeiten der CTR bis zur Gegenwart
Dr. Michael Beyer, PTB

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Moderation: Dr. Martin Thedens, PTB

Wir bitten um eine formlose Anmeldung per E-Mail an: 200JahreEx@ptb.de