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Zimmerli: „Wir brauchen ein Bündnis für Bildung“

08.10.2004

Der Philosophie-Professor und Präsident der Volkswagen AutoUni hält am 18. Oktober einen Vortrag in der PTB

Schluss mit dem Bildungsmonopol des Staates! So könnte man eine der Forderungen von Prof. Dr. Walter C. Zimmerli auf den Punkt bringen. Stattdessen, meint er, sollte Bildung in einer fruchtbaren Konkurrenz zwischen öffentlichen und privaten Institutinen und in Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft vermittelt werden. Warum dies seiner Meinung nach die Qualität der Bildung entscheidend verbessern kann, erläutert Zimmerli am 18. Oktober in einem öffentlichen Vortrag in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Zu der Veranstaltung, die um 11 Uhr im großen Hörsaal der PTB beginnt, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Zimmerli kennt sich bestens aus im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsbetrieb (auf der einen Seite) und Wirtschaft (auf der anderen Seite): Er hat viele Jahre lang als Philosophie-Professor an verschiedenen in- und ausländischen Universitäten gelehrt, war von 1999 bis 2002 Präsident der privaten Universität Witten/Herdecke und ist seit 2002 Gründungspräsident der Volkswagen AutoUni Wolfsburg, gleichzeitig Mitglied im Topmanagement der Volkswagen AG. Somit ist er in der Lage, seine Thesen aus den verschiedensten Blickrichtungen zu beleuchten.

These Nummer 1: Lebenslanges Lernen werde immer wichtiger. Dies, so betont Zimerli, sei kein abstraktes pädagogisches Konstrukt, sondern schlicht das Ergebnis der veränderten Anforderungen aus der Wirtschaft. Bisher beschränkten sich die staatlichen Bildungsinstitutionen auf die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. In Zukunft müssten die Institutionen der Wissensvermittlung auch noch den 80-Jährigen erfassen können.

These Nummer 2: Bildung ist eine Investition, die gleichermaßen dem einzelnen Menschen und dem Staat zugute komme. Daher sei es nur folgerichtig, wenn sich der Einzelne auch an den Kosten beteiligen müsse. Diejenigen, die sich das nicht leisten können, müssten besser unterstützt werden als bisher.

These Nummer 3: Deutschland, das Land der Dichter und Denker, ist für Zimmerli allenfalls noch ein Bildungs-Schwellenland. Um dies zu ändern, müsse sich das Bildungssystem ändern: weg von der zentralen Vergabe von Studienplätzen, weg vom weitgehend staatlich monopolisierten öffentlichen Gut der Bildung. Stattdessen müssten Wissenschaft und Wirtschaft gleichberechtigte Kooperationen eingehen. Zimmerli. „In Deutschland können beide Anbieter von Wissen, staatliche wie private, nur besser werden, wenn sie vor der Herausforderung durch eine echte Konkurrenz stehen.“