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Werner-von-Siemens-Ring für Prof. Dr. Dieter Oesterhelt

05.12.2000

Am 13. Dezember 2000 erhält der Biotechnologe Prof. Dr. Dieter Oesterhelt eine Auszeichnung besonderer Art: Die Stiftung Werner-von Siemens-Ring überreicht ihm in einer Feierstunde in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München den Werner-von-Siemens-Ring, einen der prestigeträchtigsten deutschen Wissenschaftspreise. Dieser bisher typischerweise an "Pioniere der Technik" verliehene Preis geht damit erstmals an einen Wissenschaftler der Molekularbiologie und Biotechnologie.

Oesterhelt, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, erhält den Ring für seine grundlegenden Erkenntnisse zur archaebakteriellen Photosynthese, insbesondere zum Bacteriorhodopsin. Oesterhelts besondere Leistung: Er hat in der Hülle sogenannter Halobakterien ein Protein aufgespürt, das als Photorezeptor fungiert und von Einzellern bei der Lichtorientierung als primitives Auge genutzt wird. Damit war erstmals der Photosynthese-Vorgang an einem anderen als pflanzlichen Organismus entdeckt.

Auch die praktische Nutzung der Entdeckung des Bacteriorhodopsin, zum Beispiel für die Verarbeitung und Speicherung digitaler und analoger Informationen, setzte Oesterhelt erfolgreich um. Es wird ebenso bei der Erstellung von Filmen wie bei zerstörungsfreien Prüfverfahren von Keramik- und Verbundwerkstoffen eingesetzt.

Die Integration biotechnologischer Prinzipien in technische Produktionsabläufe und Prozesse ist das Element, welches den hergebrachten Technikbegriff derzeit besonders nachhaltig verändert. Es ist daher nicht nur zeitgemäß sondern auch wegweisend, dass die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring Oesterhelts Arbeiten würdigt, welche den Bogen von einer innovativen Entdeckung bis hin zu wegweisenden praktischen Anwendungen spannen.

Bei der Preisverleihung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wird Bundespräsident Johannes Rau als Schirmherr der Stiftung anwesend sein. Sprechen werden u.a. Prof. Dr. Ernst O. Göbel (Vorsitzender des Stiftungsrates und zugleich Präsident der PTB), Hans Zehetmair (Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Prof. Dr. Hubert Markl (Präsident der Max-Planck-Gesellschaft) und natürlich der Preisträger selbst.

Weitere Informationen:

Stiftung Werner-von-Siemens-Ring

Anlässlich des 100. Geburtstages von Werner von Siemens am 13. Dezember 1916 wurde in Berlin die "Siemens-Ring-Stiftung" mit der Hauptaufgabe gegründet, "lebende Personen ohne Ansehen des Amtes, der Stellung oder des Ranges auszuzeichnen, wenn sie durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert oder als Vertreter der Wissenschaft durch ihre Forschung der Technik neue Wege erschlossen haben". Später erfolgte die Umbenennung in "Stiftung Werner-von-Siemens-Ring".

Als äußere Form der Auszeichnung wurde ein goldener Ehrenring gewählt. Überreicht wird der Ring in einer künstlerisch gestalteten Kassette, die das Bildnis von Werner von Siemens trägt und auf deren Deckel der Name des Ausgezeichneten, der Tag der Verleihung und die Widmung des Stiftungsrates enthalten sind. Vergeben wird der Ring durch einen Stiftungsrat, dem neben den noch lebenden Ringträgern die Vorsitzenden oder Vertreter technisch-wissenschaftlicher Verbände sowie der Wirtschaft, die Vorsitzenden der großen Wissenschaftsorganisationen, zwei Professoren der Natur- oder Ingenieurwissenschaften und ein Mitglied der Familie von Siemens angehören. Den Vorsitz nimmt satzungsgemäß der Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wahr. Schirmherr der Stiftung ist der Bundespräsident.

Der "Werner-von-Siemens-Ring - Ehrenring für Verdienste um Naturwissenschaft und Technik" gilt als eine der höchsten deutschen Auszeichnungen auf diesem Gebiet und ist bisher an 30 hochverdiente Naturforscher und Gestalter der Technik verliehen worden, darunter an Carl von Linde, Oskar von Miller, Karl Ziegler, Fritz Leonhard, Konrad Zuse, Ludwig Bölkow, Wernher von Braun.

Stiftung Werner-von-Siemens-Ring
http://www.siemens-ring.de/

Geschäftsführer Dr. Jörg Debelius
Graf-Recke-Str.84, D-40239 Düsseldorf
Tel.: (0211) 62 14-498; Fax: (0211) 62 14-172