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Werner-von-Siemens-Ring erstmals an Molekularbiologen verliehen

13.12.1999

Werner-von-Siemens-Ring erstmals an Molekularbiologen verliehen

Prof. Dr. Dieter Oesterhelt, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und weltweit anerkannter Forscher der modernen Biotechnologie wurde am 13. Dezember mit dem Werner-von-Siemens-Ring, einer der höchsten deutschen Ehrungen für Technik und Naturwissenschaft, ausgezeichnet. „Mit der Wahl eines Molekularbiologen und Biotechnologen zum Träger des Werner-von-Siemens-Ringes hat sich die Stiftung erstmals auch einer hochmodernen Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft und Technik geöffnet“. betonte Prof. Dr. Ernst Otto Göbel, der Vorsitzende der Stiftung und Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), nach der entscheidenden Stifungsratssitzung in Hanau.

Oesterhelt erhält den Ring für seine grundlegenden Erkenntnisse zur archaebakteriellen Photosynthese, insbesondere zum Bacteriorhodopsin. Oesterhelts besondere Leistung: Er hat in der Hülle sogenannter Halobakterien ein Protein aufgespürt, das als Photorezeptor fungiert und von Einzellern bei der Lichtorientierung als primitives Auge genutzt wird. Damit war erstmals der Photosynthese-Vorgang an einem anderen als pflanzlichen Organismus entdeckt.

Auch die praktische Nutzung der Entdeckung der Bacteriorhodopsin, zum Beispiel für die Verarbeitung und Speicherung digitaler und analoger Informationen, setzte Oesterhelt erfolgreich um. Es wird ebenso bei der Erstellung von Filmen wie bei zerstörungsfreien Prüfverfahren von Keramik- und Verbundwerkstoffen eingesetzt.

Die Stiftung wurde, dem Namensgeber Werner von Siemens zu Ehren, im Jahr 1916 gegründet ‑ im selben Jahre wäre Siemens 100 Jahre alt geworden ‑, und sie verfolgt das Ziel, Naturwissenschaft und Technik „durch die Pflege des Andenkens an bedeutende Leistungen auf diesen Gebieten“, wie es in der Satzung heißt, zu fördern. In diesem Sinne verleiht die Stiftung in dreijährigem Turnus als höchste Auszeichnung einen nach Siemens benannten Ehrenring. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten diesen Ring, um nur einige wenige Namen zu nennen, so berühmte Persönlichkeiten wie Ludwig Bölkow, Carl Bosch, Werner von Braun, Carl von Linde, Walter Schottky oder Konrad Zuse, die allesamt Pionierarbeiten für die Technik geleistet haben.

Weitere Informationen:
Stiftung Werner-von-Siemens-Ring
Geschäftsführer Dr. Jörg Debelius
Graf-Recoe-Str.84, D-40239 Düsseldorf
Tel.: (0211) 62 14-498 ; Fax: (0211) 62 14-172