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Kraftakt in der PTB

20.09.1999

Richtfest für ein neues Gebäude für Kraft-Normalmesseinrichtungen

Wo, wie und in welcher Stärke Kräfte auftreten – dies exakt zu wissen ‑ spielt u. a. in der Sicherheitstechnik, in der Qualitätssicherung oder im Arbeits- und Umweltschutz eine entscheidende Rolle. In der Industrie werden zum Messen von Kräften Kraftaufnehmer verwendet, so z. B. in der Automobilindustrie für Crash-Tests, für Schwingungs- und Drehmomentkontrollen an Motoren und Karosserien oder in der Luft- und Raumfahrt bei der Kontrolle der Triebwerksfunktionen.

Die Hersteller solcher Kraftaufnehmer müssen die Richtigkeit der angezeigten Messwerte innerhalb enger Toleranzen gewährleisten. Dies wird durch Kalibrieren solcher Kraftaufnehmer mit Hilfe verschiedener Kraft- und Normalmesseinrichtungen der PTB garantiert und nachgewiesen. Die Kraftskala der PTB deckt einen Bereich von 1 N (Newton) bis 16,5 MN (Mega-Newton) ab. Anschaulich entspricht dies Folgendem: Ein Newton ist ungefähr die Kraft, die von einer auf dem Tisch liegenden Tafel (100 g) Schokolade ausgeübt wird, 1 MN dagegen entspricht etwa der Schubkraft, die vier Triebwerke eines Jumbo-Jets zusammen erzeugen.

Um dem wachsenden Bedarf an präzisen Kraft- bzw. Drehmomentmessungen gerecht zu werden, wird derzeit in der PTB ein Spezialgebäude geschaffen. zentrale Anlage dieses Neubaus wird eine 2-MN-Kraft-Normalmesseinrichtung (2-MN-K-NME) des früheren metrologischen Staatsamtes der ehemaligen DDR, die von Berlin nach Braunschweig umgesetzt und gleichzeitig modernisiert werden wird, sein. Für dieses 9 m hohe Großgerät des Präzisionsmaschinenbaus wird eine 14 m hohe voll klimatisierte Halle errichtet. An der auf Spezialfundamenten in einem großen Halbkreis fahrenden Maschine werden in zwei Tiefgeschossen tonnenschwere Stahlplatten hängen, so dass die Gesamthöhe der Versuchsanlage 15 m beträgt. Ebenfalls in diese Messhalle umgesetzt wird eine 5-MN-K-NME mit hydraulischer Übersetzung. Weitere Fundamente für den Ausbau der Kraft- und Drehmomentskalen der PTB für große Messbereiche sind vorgesehen.

Mit diesem neuen Gebäude, dass komplett vom Staatshochbauamt Braunschweig II geplant und überwacht wird, bestehen für die PTB beste Voraussetzungen, auch in den kommenden Jahrzehnten eine Spitzenstellung unter den metrologischen Staatsinstituten der Welt für diese Messgrößen zu bewahren bzw. auszubauen. Die Baukosten sind mit 9,8 Mio. DM veranschlagt, die Übergabe soll im Frühjahr 2001 erfolgen.

Zu dem am Donnerstag, dem 23. September 1999, um 14.30 Uhr in der PTB stattfindenden Richtfest laden wir einen Vertreter Ihrer Redaktion herzlich ein.