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Ehemaliger Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Professor Dr.-Ing. Martin Kersten verstorben

27.08.1999

Ehemaliger Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Professor Dr.-Ing. Martin Kersten verstorben

Die Angehörigen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt trauern um ihren ehemaligen Präsidenten Professor Dr.-Ing. Martin Kersten, der am 24. August 1999 im Alter von 93 Jahren verstarb.

Sein beruflicher Lebensweg führte durch Forschungsstätten der Industrie und über Lehrstühle an Hochschulen zum Amt des Präsidenten der PTB.

Martin Kersten studierte an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg Physik, von 1930 bis 1945 arbeitete er im Zentrallaboratorium der Siemens & Halske AG und war dort zuletzt Leiter der Forschungsabteilung für magnetische Werkstoffe. Im Jahre 1946 übernahm er den Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Technischen Hochschule Dresden und folgte ein Jahr später einem Ruf an die Universität Jena, wo er das Institut für magnetische Werkstoffe aufbaute.

Nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik im Jahre 1951 war er zunächst wieder in der Industrie bei der Vakuumschmelze AG in Hanau tätig, bis er 1955 als Professor und Leiter des Instituts für Werkstoffe der Elektrotechnik an die Technische Hochschule Aachen berufen wurde. Professor Kersten besaß daher reiche Erfahrungen auf verschiedenen Gebieten der physikalischen Forschung, ihrer Organisation und industriellen Anwendung, als er im Jahre 1961 zum Präsidenten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ernannt wurde. Dieser Aufgabe widmete er sich mit großer Energie und dem vollen Einsatz seiner Persönlichkeit. In seine Amtszeit fallen u. a. der Bau des Forschungsreaktors sowie die Vorbereitung eines weiteren umfangreichen Bauprogramms. Er trug auch wesentlich zur Verbesserung der sonstigen Arbeitsbedingungen bei, um die PTB in die Lage zu versetzen, den wachsenden Ansprüchen von Wissenschaft und Technik zu genügen. Die Sorge um die soziale Lage der Mitarbeiter/Innen lag ihm besonders am Herzen. Hier erreichte er wesentliche Verbesserungen.

Neben seiner Tätigkeit als Präsident der PTB wirkte Professor Kersten ehrenamtlich in einer großen Zahl nationaler und internationaler wissenschaftlicher Gremien und Verbände mit, von denen hier nur das Comité International des Poids et Mesures (CIPM), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), deren Präsident er war, die Europäische Physikalische Gesellschaft und das Präsidium des Deutschen Normenausschusses genannt seien. Energisch setzte er sich in Wort und Schrift für die Förderung der Forschung in der Bundesrepublik Deutschland und ihres Ansehens im Ausland ein. 1968 wurde er mit dem großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Der Physikalischen Gesellschaft, der Studienstiftung des deutschen Volkes, und der Förderung des Nachwuchses für die Wissenschaft ‑ um nur einige zu nennen ‑ konnte er sich nach Beendigung seiner Amtszeit in der PTB mit umso größerer Intensivität widmen. Professor Kersten gehörte auch viele Jahre als Honorarprofessor und Mitglied der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät dem Lehrkörper der Technischen Universität Braunschweig an. Er war auch in der Braunschweigisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft ein gern gesehener Gast.

Sein Interesse für Natur- und Ingenieurwissenschaftliche Forschung und Entwicklungen blieb bis ins hohe Alter ungebrochen, was er selbst mit großer Dankbarkeit als eines seiner größten Privilegien bezeichnete.