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Strahlenschutz des ungeborenen Lebens

07.07.1999

Komitee der Internationalen Strahlenschutzkommission tagt in der PT

Ein Mensch kann schon im Mutterleib über die normale Umgebungsstrahlung hinaus einer Strahlenbelastung ausgesetzt sein: durch zusätzliche radioaktive Stoffe in der Umwelt oder deren medizinische Anwendung während der Schwangerschaft. Und Neugeborene können zugleich mit der Muttermilch eine erhöhte Strahlendosis „einsaugen“, wenn die Mutter zusätzliche radioaktive Stoffe in den Körper aufgenommen hat. Wie hoch ist diese Strahlendosis und welche biologischen Auswirkungen hat sie? Diesen und anderen Fragen geht eine Expertengruppe der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) in dieser Woche während einer Tagung in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig nach.

Das 16köpfige Expertengremium mit Wissenschaftlern aus 9 Ländern, das sich vom 5. bis 9. Juli in der PTB trifft, ist eines von vier Komitees, die mm Auftrag der ICRP Empfehlungen für den Strahlenschutz erarbeiten und veröffentlichen. Die Arbeitsschwerpunkte des in der PTB tagenden Komitees sind die Strahlenexposition des Menschen durch radioaktive Stoffe im Körper und Radionuklidquellen außerhalb des Körpers, die Entwicklung von Modellen zur Beschreibung des zeitlichen Verhaltens von Radionukliden im Körper sowie die Veröffentlichung von Referenzwerten der Dosis für beruflich Strahlenexponierte, die allgemeine Bevölkerung und nuklearmedizinische Patienten.

Derartige Daten wurden unter anderem von der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA in Wien sowie von der Europäischen Union in ihre neuen Grundnormen für den Strahlenschutz übernommen. Sie werden auch in die geplante Novelle der Strahlenschutzverordnung in Deutschland eingehen. Ergebnisse der Arbeit im Komitee über die Dosis im Ungeborenen sowie anatomische und physiologische Referenzwerte werden im kommenden Jahr von der ICRP veröffentlicht. Sie stehen damit für den praktischen Strahlenschutz und rechtliche Regelungen im Strahlenschutz national wie international zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Dr. Günther Dietze, Tel.: (0531) 592-6010,
email: guenther.dietze(at)ptb.de
Abteilung „Ionisierende Strahlung