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MetroSommer 2017 - Dein genauester Sommer!

Erfahrungsberichte von Praktikanten und Praktikantinnen des MetroSommers 2016

Hannah Meyer, 24, Bachelorstudiengang Physik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Hannah, kanntest du die PTB bereits vor deinem Praktikum?

Von meinem Institut wurde eine Exkursion zur Berliner PTB angeboten. Dadurch war mir die PTB bereits ein Begriff – ohne dass ich jetzt tiefgehende Kenntnisse über die Arbeit der PTB hatte.

Wie kamst du zu dem Praktikum?

In unserem Fachschaftsrat wurde ein Flyer zum MetroSommer 2016 verteilt. Drei Projektthemen haben mich sofort angesprochen – und ich habe mich einfach mal beworben.

… und welches Projekt ist es geworden, worum ging‘s?

Mein Favorit: ein Regionalprojekt der Arbeitsgruppe für Technische Zusammenarbeit in Lateinamerika und der Karibik, in dem es um die Verbesserung der Qualitätsinfrastruktur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz geht.

Warum hast du dieses Projekt gewählt?

Ich interessiere mich für Photovoltaik und überlege, meinen Master in dieser Richtung auszurichten. Zudem habe ich vor meinem Studium einen einjährigen Freiwilligendienst in Mexiko gemacht. Nach dieser Zeit habe ich angefangen, mich für die Umwelt zu interessieren – insbesondere auch dafür, welche globalen Zusammenhänge Ungerechtigkeit in der Welt bedingen. Seither bin ich Vegetarierin, trage ausschließlich Second-Hand-Kleidung, trampe, fahre Fahrrad oder mit dem Zug. Mir ist es wichtig, anderen zu zeigen, dass jeder Einzelne etwas für den Planeten tun kann. Und wenn man das beruflich machen kann, ist es besonders schön.

Was genau durftest du denn während des Praktikums tun?

Ich habe an Vorträgen teilgenommen und mich mit Wissenschaftlern aus allen möglichen Bereichen der Abteilung ausgetauscht. Aber ich durfte auch ein eigenes Projekt bearbeiten. Ich habe mir angeschaut, welche CO2-Einsparungen durch die Förderung von Photovoltaik in Lateinamerika zu erwarten sind und was für privatwirtschaftliche Investitionen und staatliche Förderungsprogramme es für diese Technologie in der Region bereits gibt. Am Ende wird meine Studie zu der Entscheidung beitragen, ob Photovoltaik in dem Regionalprojekt berücksichtigt werden sollte.

Glaubst du, dass du damit etwas erreicht hast?

Nicht unbedingt. Dazu war vielleicht zu wenig Zeit. Aber das Praktikum hat mir gezeigt, dass ich niemals einen Beruf ausüben möchte, der etwas zerstört. Ich möchte den Menschen helfen, nicht so viele Schäden auf unserer Erde anzurichten.

Hast du dich während des Praktikums gut aufgehoben gefühlt?

Ich wurde von meinen Kollegen vollwertig aufgenommen und durfte bei allem teilnehmen – so wie jeder andere auch. Klar bleibt das Gefühl, als Praktikant manchmal im Wege zu sein. Aber alle Kollegen haben sich viel Zeit für mich genommen und mir all meine Fragen beantwortet – das galt auch für Mitarbeiter, die gar nichts mit dem Praktikum zu tun hatten.

… also kannst du ein positives Fazit ziehen?

Ja, das Arbeitsklima war super. Und das Praktikum hat mir persönlich viel gebracht, insbesondere bezüglich meiner Ausrichtung im Master. Im MetroSommer habe ich viele Eindrücke gesammelt und konnte durch die wöchentlichen Seminare in viele weitere Arbeitsbereiche der PTB reinschnuppern. Ich denke, dass das Praktikum mich auch in meiner Berufswahl gestärkt hat.

Wie geht’s denn bei dir weiter? Zieht es dich vielleicht wieder in die PTB?

Ich könnte mir durchaus vorstellen, in der PTB zu arbeiten. Aber dafür ist es vielleicht noch etwas früh. Mein nächstes Ziel ist es, ein Auslandspraktikum zum Thema Photovoltaik in Entwicklungsländern zu machen. Nach dem Studium promoviere ich vielleicht noch. Was danach kommt, wird sich zeigen.

Benedikt Seeger, 24, Masterstudiengang Messtechnik und Analytik an der Technischen Universität Braunschweig

Benedikt, wie bist du auf das Praktikum in der PTB aufmerksam geworden?

An meiner Uni hingen Plakate zum MetroSommer aus. Zudem ist mein Studiengang stark mit der PTB verknüpft – inhaltlich und personell. Nach einer Einführungsvorlesung zur Metrologie habe ich mich mit einem Mitarbeiter der PTB über ein aktuelles Forschungsprojekt unterhalten. Das hat mein Interesse an der Arbeit der PTB geweckt und ich habe mich für das Praktikum beworben.

War es schwer, an den Praktikumsplatz zu kommen?

In meinem Fall nicht, vielleicht weil ich mit meinem Studium ins Profil falle. Ich hatte mich ehrlich gesagt erst kurz vor Ablauf der Frist beworben – glücklicherweise mit Erfolg.

An welchem Projekt hast du mitgearbeitet?

Da ich gerne zum Thema Atomuhren forschen wollte, habe ich mich für das Projekt „Optische Gitteruhren“ entschieden. Das sind neuartige Atomuhren, die noch weitaus genauer sind als die Cäsiumatomuhren – und das alles bei einer sehr stabilen Frequenz. Allerdings hapert es derzeit noch am unterbrechungsfreien Betrieb.

Durftest du dabei kräftig mit anpacken oder nur über die Schulter schauen?

Die Thematik ist so anspruchsvoll und die Uhren sind so komplex, dass man natürlich nicht von heute auf morgen bei allem mit einsteigen kann. Den einen oder anderen Spiegel habe ich justiert, ansonsten habe ich schon oft über die Schulter geschaut. Aber das ist nicht schlimm – ich bin ja hier, um etwas zu lernen. Und so viel, wie ich in der PTB innerhalb von zwei Monaten über Atomphysik gelernt habe, habe ich an der Uni bisher nicht gelernt. Richtig selber forschen durfte ich zudem in einem eigenen kleinen Projekt.

Was war das für ein Projekt?

Ich habe in einem eigenen Versuchsaufbau untersucht, ob die Fenster, die bei den Gitteruhren zum Einsatz kommen, die tiefen Versuchstemperaturen um -200 °C aushalten. Dazu habe ich in einer Apparatur Stickstoff verdampft und mit dem Gas das Fenster gekühlt – und dann geprüft, ob das Fenster beschädigt wurde. 

… wurde es?

Das Fenster ist so gut, dass man unter dem Mikroskop nichts erkennen konnte – nicht einmal das Fenster selbst. Aber wir lassen die interne Beschichtung noch von der Abteilung für Reflexion und Transmission kontrollieren. Die haben bessere Geräte dafür.

Hast du dich in deiner Abteilung gut aufgehoben gefühlt?

Ja. Ich hatte erst die Befürchtung, nur klassische Praktikantenjobs zu bekommen. Aber das war nicht so. Meine Betreuer waren hoch motiviert. Ich hatte nie das Gefühl, mit meinen Fragen zu nerven. Im Gegenteil: Sie haben sich Zeit genommen und alles sehr detailliert erklärt – selbst wenn es mal Fehlschläge gab. Und die gab es natürlich. So ist das in der Forschung.

Du wirkst sehr zufrieden mit dem Praktikum. Würdest du es weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Wenn man später in einem Bereich forschen möchte, den es an der PTB gibt, sollte man sich um ein Praktikum bewerben. Ich bin froh, dass ich die Chance hatte, die Laboratorien von innen zu sehen, an aktuellen Forschungsprojekten mitzuwirken und mit Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, die zu den besten auf ihrem Gebiet zählen. Super fand ich auch die wöchentlichen Überblicksseminare, in denen wir auch die anderen Abteilungen kennenlernen konnten.

Was war dein Highlight im Praktikum?

Der Moment, in dem ich gesehen habe, dass ein theoretisches Konzept funktioniert. Das war, als ich das kleine blaue Leuchten der gefangenen Atome sah.

Gibt es auch etwas Negatives?

Als Nebenwirkung der Laborarbeit konserviert man sich leider seine „akademische Blässe“, während andere den Sommer im Schwimmbad genießen. Aber ich war ja hier, um etwas zu lernen. Ich hatte erwartet, viel Wissen mitzunehmen – und so ist es auch.

 

Wie geht es nach dem Praktikum weiter? Kehrst du der PTB den Rücken zu?

Im Gegenteil! Ich bleibe sogar für die nächste Zeit hier. Ich schreibe meine Masterarbeit in der Arbeitsgruppe für Strukturbreiten-Metrologie – und wenn das gut läuft, dann wahrscheinlich auch meine Doktorarbeit.

Mathias Hünecke, 23, Masterstudiengang Physik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Mathias, wie hast du vom MetroSommer erfahren?

Meine Professorin hat mir einen Flyer zum MetroSommer gegeben. Außerdem hingen in unserem Institut Plakate aus. Da ich in knapp zwei Jahren mit dem Studium fertig bin, wollte ich ohnehin noch ein Praktikum machen – als letzte Orientierung vor dem Abschluss.

… in welcher Hinsicht?

Thematisch, aber auch strukturell: Ich wollte herausfinden, ob es mich in die Grundlagenforschung oder die Industrie zieht. Zurzeit tendiere ich eher zu Letzterem, weil ich gerne anwendungsbezogen arbeite. Thematisch hat mich der Bereich Photonik schon immer interessiert, sodass ich mir gut vorstellen kann, später in diesem Gebiet zu arbeiten. Dahingehend war auch mein Studium ausgerichtet.

Hast du dich daher für ein Projekt der Abteilung „Optik“ entschieden?

Ja, genau. Mein Wunschprojekt war die Arbeit mit ultrastabilen Lasern. In meiner Arbeitsgruppe wird daran geforscht, immer stabilere Laser zu entwickeln, beispielsweise für die Optimierung optischer Atomuhren oder für die Längenmesstechnik.

Was war deine Aufgabe in dem Projekt?

Ich habe an einem Modell eine aktive Regelung gebaut, die Vibrationen am Geräteaufbau reduzieren soll. Nur so lässt sich langfristig die Stabilität der Laserfrequenz weiter verbessern. Und stabilere Frequenzen bedeuten genauere Messungen…

Klingt so, als wärst du voll in das Projekt eingebunden gewesen. Hast du dich wie ein vollwertiger Mitarbeiter gefühlt?

Ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt – nicht wie ein typischer Praktikant. Meine Betreuer und Kollegen waren sehr nett und engagiert. Sie haben sich viel Zeit für mich genommen und mich selbstständig arbeiten lassen.

Warst du durch dein Studium auf die Aufgaben im Praktikum gut vorbereitet?

Ehrlich gesagt nicht wirklich. Die mathematischen Grundlagen und mein Wissen über Photonik haben geholfen, das Lasersystem zu verstehen. Aber bei meiner eigentlichen Arbeit ging es eher um Mess- und Regelungstechnik. Damit kannte ich mich nicht so gut aus.

Nimmst du das als negative Erfahrung aus dem Praktikum mit?

Im Gegenteil: Zwar fand ich das zuerst schade, aber im Nachhinein kann ich ein positives Fazit ziehen. Ich habe so viele Kompetenzen erworben, die ich durch das Studium noch nicht hatte. Im späteren Beruf kann das nur von Vorteil sein.

Was hat dir sonst noch alles gut gefallen?

Die wöchentlichen Seminare waren sehr gut. So konnte man sich einen Überblick über die anderen Forschungsbereiche der PTB machen. Was mir noch gefallen hat, ist die Flexibilität bei der Arbeit. Da ich noch etwas mehr mit Physik machen wollte, habe ich in den letzten zwei Wochen an einem anderen Projekt mitgearbeitet – das ging problemlos.

Würdest du das Praktikum weiterempfehlen?

Ja. Allen, die sich noch orientieren oder einen Überblick über spätere Berufsmöglichkeiten erhaschen wollen, kann ich nur dazu raten. Mir hat die Zeit in der PTB dabei ziemlich geholfen.

Das Praktikum hat dich darin bestätigt, in der Industrie zu arbeiten… Heißt es nun „Leb wohl, PTB?“

Wer weiß? Ich könnte mir gut vorstellen, noch zu promovieren. Und da wäre die PTB eine wirklich attraktive Institution. Hier lässt sich auf eine gute Forschungsinfrastruktur zurückgreifen.

Melina Filzinger, 21, Masterstudiengang Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Melina, an was denkt eine Heidelbergerin, wenn sie von der PTB hört – kanntest du die PTB vor deinem Praktikum?

Ich denke zuerst an die Sekunde: Das ist physikalisch eine sehr schöne und anschauliche Einheit. Durch mein Studium kannte ich die PTB bereits – natürlich nicht jeden Fachbereich oder jede Aufgabe.

Wie kam es, dass du dich für den MetroSommer 2016 beworben hast?

Ein Bekannter hat mir die Website zum MetroSommer gezeigt. Da gab es das Projekt „Kühlen bis zum Quanten-Grundzustand“. Das hat perfekt gepasst, da ich mich besonders für Optik und Atomphysik interessiere.

Worum geht es dabei?

Die Arbeitsgruppe, in der ich mein Praktikum gemacht habe, beschäftigt sich mit äußerst genauen optischen Uhren, die auf Referenzfrequenzen einzelner gefangener Ionen basieren. In meinem Projekt ging es darum, ein solches einzelnes Ion in den Bewegungs-Grundzustand zu kühlen. So können Unsicherheiten durch die Restbewegung in der Bestimmung der Referenzfrequenz vermieden werden.

Was genau war deine Aufgabe?

Ich habe ein eigenes Laser-System aufgebaut. Das heißt konkret: Fasern eingekoppelt und Spiegel und Linsen justiert – das war ein sehr schönes, abgeschlossenes Projekt. Erst kam der optische Aufbau, dann die Messung der Wechselwirkung des einzelnen Ions mit dem Laserlicht.

Was genau hat dich daran gereizt?

Mir macht die Arbeit mit Optik großen Spaß. Außerdem kann man durch Experimente an einem einzelnen Teilchen Atomphysik sehr direkt und unverfälscht erleben. Am tollsten ist es, wenn dann alles funktioniert und man den physikalischen Effekt des eigenen Aufbaus sehen kann.

Klingt so, als wärst du sehr zufrieden mit dem Praktikum?

Ja! Es war sogar noch besser als ich gedacht habe: Ich habe deutlich mehr Laborpraxis gewonnen als erwartet, wurde gefordert und habe sehr viel gelernt.

Würdest du das Praktikum in der PTB weiterempfehlen? Wenn ja, warum?

Auf jeden Fall. Das Schöne an der PTB ist, dass es so viele verschiedene Aufgabenbereiche an einem Ort gibt: verschiedenste Technik, aber auch sehr fundamentale Physik.

… und hast du dich auch gut aufgehoben gefühlt?

Ja, sehr gut sogar. Das Arbeitsklima in meiner Abteilung war sehr angenehm, sehr persönlich. Mir wurde viel zugetraut und ich durfte vieles ausprobieren. Und wenn man Hilfe brauchte, war immer jemand da.

Kannst du dir vorstellen, noch einmal an die PTB zurückzukommen?

Klar, noch ein Projekt an der PTB wäre super. Aber konkrete Pläne gibt es noch nicht. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf meinen Master-Abschlus

Matthias Nee, 24, Bachelorstudiengang Elektrotechnik an der Technischen Universität Braunschweig

Matthias, wie kamst du dazu, dich für den MetroSommer 2016 zu bewerben?

Der Hinweis zum MetroSommer kam aus dem familiären Umfeld. Und da ich gerade auf der Suche nach einem Praktikum für mein Studium war, hat sich die Bewerbung für mich angeboten.

Kanntest du die PTB bereits vor deinem Praktikum?

Ja, über die allgemeinen Tätigkeiten der PTB wusste ich schon Bescheid. Ich war auch schon einmal zum Tag der offenen Tür hier und habe mir dort einen Überblick verschafft.

Für welches Projekt hast du dich entschieden?

Für das Projekt „Digitale Bildverarbeitung“. Dabei ging es um die Entwicklung eines sogenannten Beam-Profilers, also eines Analysetools für Laserstrahlen.

… wie kann ich mir dieses Tool vorstellen?

Im Grunde genommen habe ich eine hochwertige Kamera zu einem Messgerät umgebaut. Dabei habe ich bei Null angefangen: Zuallererst habe ich eine Analyse-Software auf einem PC entwickelt. Daran wird dann die Kamera angeschlossen – so lässt sich ein detailliertes Bild des Laserstrahls aufnehmen, welcher auf den Bildsensor trifft. Meine Software dient dabei zur bildlichen Darstellung sowie zur Messung der Strahlparameter.

Wozu braucht man so etwas?

Um beispielsweise den Radius, die Intensität oder die Elliptizität des Strahls zu bestimmen. Das ist insbesondere beim Aufbau optischer Uhren sehr hilfreich. Das Tool hilft dabei herauszufinden, wie man einen Laserstrahl verändern muss, damit er perfekt zu einer Faser passt.

Hast du dich dabei gut betreut gefühlt?

Ja, ich hatte sehr nette und hilfsbereite Betreuer. Sie standen mir jederzeit unterstützend zur Seite. Die Arbeitsatmosphäre im Fachbereich war insgesamt sehr angenehm.

Was würdest du sagen, warst du ein typischer Praktikant oder ein vollwertiger Mitarbeiter?

Ich habe mich gut aufgenommen gefühlt. Natürlich muss man sich erst einmal eingewöhnen und die Arbeit kennenlernen. Aber nach der ersten Einarbeitung und Konzeptplanung ging es gleich los – ich habe die meiste Zeit selbstständig an meinem Projekt gearbeitet.

Also kannst du ein positives Fazit vom MetroSommer ziehen?

Ja, auf jeden Fall. Ich hatte ein tolles, erfolgreiches Projekt – damit bin ich sehr zufrieden. Was mir zudem gefallen hat, war der regelmäßige Kontakt zu den anderen MetroSommer-Praktikanten. So konnte man einen Einblick in weitere Abteilungen und Arbeitsfelder der PTB bekommen.

Kannst du dir vorstellen, nach dem Studium an die PTB zurückzukehren?

Na klar, sowohl während des Studiums als auch danach. Ich könnte mir durchaus vorstellen, für ein weiteres Projekt in die PTB zu kommen oder meine Abschlussarbeit hier zu schreiben.

Dr. Nils Huntemann, Betreuer

Herr Dr. Huntemann, Sie und Herr Dr. Sanner haben Melina Filzinger und Matthias Nee während des MetroSommers 2016 betreut: Welche Erfahrungen haben Sie mit den beiden gemacht?

Matthias und Melina waren sehr engagiert und haben darum beide ihr jeweiliges Projekt ebenso erfolgreich abgeschlossen. Matthias hat eine Software entwickelt, die es uns ermöglicht, räumliche Intensitätsanalysen eines Laserstrahls mit einer Kamera durchzuführen und konnte sich eingehend mit Kameras und ihren Charakteristika auseinandersetzen. Melina hat Laser-Systeme aufgebaut und konnte zeigen, dass sich mit deren Hilfe die Restbewegung eines einzelnen Ions deutlich reduzieren lässt. Diese Reduktion der Bewegung – oder anders ausgedrückt der Temperatur – des gespeicherten Teilchens ist besonders relevant für unsere Einzelionen-Uhr.

War die Betreuung der beiden mit viel Arbeit für Sie verbunden?

Natürlich bedeutet die Betreuung von Praktikanten immer zusätzliche Arbeit. Darum ist es wichtig das Praktikum so zu gestalten, dass beide Seiten davon einen Gewinn haben.

… hat das geklappt?

Ich denke, die beiden haben bei uns sehr viel gelernt. Das Praktikum ist keine Beschäftigungstherapie – natürlich hat ihre Arbeit somit auch Nutzen für uns. Matthias‘ Programm wird weiterhin genutzt werden – es hat einige Vorteile gegenüber kommerziellen Strahlanalyse-Tools und wird sicherlich an verschiedenen Stellen in der PTB Verwendung finden. Durch Melinas Erweiterung des Messaufbaus hoffen wir, in nächster Zeit die Unsicherheit unserer Ytterbium-Uhr zu reduzieren.

Dann waren die beiden ein Glücksgriff?

Wir sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und hoch erfreut, dass es so gut lief. Mit Glück alleine hat das aber wenig zu tun. Wir konnten uns die passenden Bewerber auswählen, da sich erfreulicherweise viele sehr gute Studenten für den MetroSommer gemeldet haben. Besonders Melinas Projekt war sehr gefragt. Bei der Bewerbung haben wir den bisherigen Studienverlauf, die Noten und natürlich das Motivationsschreiben berücksichtigt – und in allem haben die beiden gepunktet.

Würden Sie im kommenden Jahr wieder MetroSommer-Praktikanten betreuen?

Na klar! Man muss zwar Zeit investieren, aber es bringt einen direkten Gewinn für beide Seiten. Ich denke zudem, dass es zum Charakter der PTB gehören muss, wirklich interessierten Studenten die Möglichkeit zu bieten, hier bisher erlangte Kenntnisse unter Beweis zu stellen und zu vertiefen. Wir versuchen dabei immer dafür zu sorgen, dass der Erfolg eines Projekts nicht durch externe Faktoren limitiert wird, sondern einzig und allein vom Studenten bestimmt ist. Weiterhin sind wir im Sinne der Nachwuchsgewinnung in der Pflicht, uns um Praktikanten zu bemühen. So lässt sich die PTB und speziell unser Fachbereich noch bekannter machen und zeigen, dass er auch ein wunderbarer Ort für eine Promotion und die weitere wissenschaftliche Karriere ist.

Warum sollte man ein Praktikum in der PTB machen?

Bei uns kann man Forschung dort kennenlernen, wo sie recht direkten Nutzen hat und wo dafür auch bezahlt wird. An der Uni stehen oft nur in geringem Umfang Mittel für Grundlagenforschung zur Verfügung. Hier haben wir eine exzellente Forschungsausstattung, von der man nur profitieren kann.

Bleibt noch die Möglichkeit eines Industrie-Praktikums…

Das ist eine Frage der Effizienz. Bei uns sollen Praktikanten einen möglichst großen Lerneffekt haben. Und zu einem erfolgreichen Lernprozess gehört intensive Betreuung. Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten, zwei oder mehr Mitarbeiter als Betreuer abzustellen – und wenn sie das tun, dann doch eher Doktoranden oder studentische Mitarbeiter. Bei uns gibt es eine intensive Betreuung durch erfahrene Wissenschaftler.