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Integriertes Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS)

Zur Vorsorge vor den Folgen kerntechnischer Unfälle oder anderweitig verursachter radioaktiver Kontaminationen der Umwelt und zur frühzeitigen Messung und Bewertung deren radiologischer Auswirkungen, wurde in Deutschland nach dem Kernreaktorunfall von Tschernobyl das Messsystem Opens external link in new windowIMIS (Integriertes Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität und zur Erfassung der Emissionen aus kerntechnischen Anlagen) ins Leben gerufen. Es wird im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Opens external link in new windowBMU) betrieben. Das 1986 vom Bundestag verabschiedete Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) ist die gesetzliche Grundlage dafür.

Alle Gesetze und Verordnungen aus dem Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums sind nach Sachgebieten alphabetisch sortiert von der Internetseite des BMU abrufbar.

Das IMIS ist ein bundesweites, umfassendes Messsystem, das die Radioaktivität in allen wichtigen Umweltmedien ständig im gesamten Bundesgebiet überwacht. Bund und Länder teilen sich diese Aufgabe: Bundesbehörden überwachen die Gamma-Ortsdosisleistung, den großräumigen Transport radioaktiver Stoffe und deren Verteilung in Luft und im Wasser; ca. 50 Länderbehörden überwachen die Umweltradioaktivität überall dort, wo sich radioaktive Stoffe ablagern und ggf. in die Nahrungskette des Menschen gelangen können.

Im IMIS wird an etwa 1800 ortsfesten Messstationen die Opens external link in new windowGamma-Ortsdosisleistung überwacht. An etwa 40 Orten wird die Aktivitätskonzentration radioaktiver Stoffe in der Luft und im Opens external link in new windowNiederschlag gemessen. 12 dieser Standorte sind Spurenmessstellen für die Überwachung der bodennahen Luft. Opens external link in new windowBundeswasserstraßen und Binnengewässer zählen ebenso zu den überwachten Medien wie Opens external link in new windowNord- und Ostsee. Die Radioaktivität in Lebensmitteln, Futtermitteln, Trinkwasser, aber auch in Reststoffen und Abwässern wird ständig ermittelt. Alle Messeinrichtungen bei Bund und Ländern sind durch ein rechnergestütztes Datenüberwachungssystem mit der Zentralstelle des Bundes (ZdB) beim Bundesamt für Strahlenschutz in Neuherberg bei München verbunden, wo alle Messwerte zusammen gefasst, aufbereitet, dokumentiert und an das Bundesumweltministerium weitergeleitet werden.

Im Falle einer unfallbedingten großräumigen radioaktiven Kontamination der Umwelt wird die Zahl der Messungen pro Tag deutlich erhöht. Aufgrund dieser Messdaten sowie aufgrund von Prognosedaten, die vom Opens external link in new windowDeutschen Wetterdienst (Ausbreitungsprognosen) und vom Bundesamt für Strahlenschutz (radiologische Prognosen) über IMIS bereit gestellt werden, spricht das Bundesumweltministerium Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung aus oder veranlasst evtl. weitere darüber hinausgehende notwendige Schutzmaßnahmen.

Im Rahmen von IMIS ist die PTB zuständig für

  • die Bereitstellung von Aktivitätsnormalen zur Kalibrierung von Messeinrichtungen;
  • den Betrieb einer der bundesweit 14 Spurenmessstationen zur Überwachung der Radioaktivität in der bodennahen Luft;
  • Kalibrierung von Referenzmaterialien für Ringvergleiche zur Qualitätssicherung;
  • den Aufbau und den Betrieb eines nationalen Referenzmessplatzes zum Vergleich von Ortsdosisleistungs-Messgeräten unter gleichen natürlichen Umgebungsbedingungen.