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Projektstart von WERAN plus

20.11.2018

Im Jahr 2018 wurde ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt gestartet, in dem, basierend auf den Ergebnissen des Projekts WERAN, eine verbesserte Prognose der Störwirkung von Windkraftanlagen insbesondere auf Doppler-Drehfunkfeuer entwickelt werden soll.

 

 

Für den Zubau von Windenergieanlagen (WEA) wird von der zuständigen Genehmigungsbehörde ein Gutachten eingeholt, in dem die Verträglichkeit der terrestrischen Navigation der Luftfahrt mit den WEA untersucht und eine Prognose über die zu erwartende Störwirkung des Bauvorhabens erstellt wird.

Im Rahmen des Projektes WERAN wurden sowohl Messtechnik als auch numerische Verfahren entwickelt, die es erlauben, die Signalintegrität z.B. von Doppler-Drehfunkfeuern (DVOR)  in der Nähe von WEA zu untersuchen. Hierzu werden sowohl das signal-in-space, also die Signalinhalte im Raum, als auch deren Änderung durch WEA untersucht. Weltweit erstmalig konnte die Signaländerung von DVOR durch WEA für beide Signalanteile messtechnisch nachgewiesen und quantifiziert werden. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2017 auf einem Workshop in der PTB vorgestellt. Basierend auf diesen Ergebnissen soll nun eine Prognosemethode entwickelt werden, die einfach zu handhaben ist, aber dennoch belastbare Ergebnisse liefert. Diese lassen sich sowohl durch Vorher-/Nachher-Messungen als auch durch Vollwellensimulationen validieren. Daneben sollen auch Fragestellungen der Verträglichkeit von off-shore WEA mit z.B. Anti-Kollisionsradar, UKW-Daten- und Sprechfunk untersucht werden.

Daher sind neben der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt auch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und die Deutsche Flugsicherung am Projekt beteiligt. Ein Teil des Projekts wird ein möglichst internationaler Ringvergleich unter allen Gutachtern und wissenschaftlichen Gruppen sein, die sich mit der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen rund um WEA beschäftigen. Es ist geplant, Szenarien unterschiedlicher Schwierigkeit zur Verfügung zu stellen, die zuvor vom Projektkonsortium durch Simulationen und Vor-Ort-Messungen validiert sind.