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Projekt „Einfluss hochfrequenter Felder des Mobilfunks auf das blutbildende System in vitro“ abgeschlossen

20.11.2014

Ziel des zusammen mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg durchgeführten Forschungsvorhabens war es, mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder auf das blutbildende System, das Immunsystem und die Kanzerogenese im Frequenzbereich des Mobilfunks zu untersuchen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Nutzung des Mobilfunks weltweit nach wie vor zunimmt, ist es von großer Bedeutung, mögliche Auswirkungen der verwendeten elektromagnetischen Wellen auf biologische Systeme zu kennen. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Studien zu diesem Thema durchgeführt worden. Insbesondere das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm hat sehr stark zum derzeitigen Stand des Wissens beigetragen. Zwei Fragestellungen konnten bisher jedoch noch nicht abschließend beantwortet werden: die Frage nach Langzeitwirkungen und die Frage nach der besonderen Wirkung auf Kinder, die deutlich länger und teilweise auch höher exponiert sind und eventuell empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen reagieren. Das Projekt sollte dazu beitragen, die vorhandenen Wissenslücken zu schließen. Es wurden blutbildende Zellen mit unterschiedlich modulierten Feldern, die den verschiedenen aktuellen Mobilfunkstandards (GSM, UMTS und LTE) entsprechen, exponiert. Die Exposition erfolgte im Inneren eines Inkubators in einer sogenannten µTEM-Zelle, die als Feldgenerator diente. Dabei wurden Intensitäten, die typischerweise bei Handytelefonaten auftreten, verwendet. Als biologische Endpunkte wurden Zellfunktion und -differenzierung, Reparatur- und Kontrollmechanismen, gentoxische bzw. epigenetische Effekte und Apoptose untersucht. Im Rahmen des Projektes wurde ein geeigneter Versuchsaufbau an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Betrieb genommen und hinsichtlich der spezifischen Absorptionsrate als Maß für die Intensität der Exposition für die unterschiedlichen Signaltypen charakterisiert (Bild 1). Die Expositionen wurden dann mit Hilfe eines an der PTB erstellten Computerprogramms durchgeführt, das für jede Probe die genauen Expositionsparameter und die Umgebungsbedingungen codiert abspeichert. Die korrekte Funktionsweise des Versuchsaufbaus wurde von der PTB laufend kontrolliert. Erst nach der Auswertung der Versuchsreihen wurden die Expositionsbedingungen offengelegt, um einen bewussten oder unbewussten menschlichen Einfluss auf Probenbehandlung und Auswertung auszuschließen (Prinzip der Verblindung). Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Einfluss der Felder auf die untersuchten Endpunkte.

 

Bild 1: Detailliertes Computer-Modell der mit vier Probencontainern beladenen μTEM-Zelle zur Berechnung der spezifischen Absorptionsrate in den Proben in Abhängigkeit der eingespeisten Hochfrequenzleistung.

 

 

 

Ansprechpartner: T. Kleine-Ostmann
Fachbereich 2.2:
 Hochfrequenz und Felder