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Entwicklung von Prüfverfahren für komplexe Zusatzfunktionalitäten in Gleichstromzählern für KFZ-Schnellladesäulen

05.12.2019

Für KFZ-Schnellladesäulen fordert das deutsche Mess- und Eichrecht die genaue Messung der abgegebenen Gleichstromenergie. Die PTB hat Prüfverfahren entwickelt, um die bei der Energiemessung durchzuführenden herausfordernden Berechnungs- und Umschaltvorgänge bewerten zu können.

 

In Deutschland nimmt die Elektromobilität immer mehr Fahrt auf; rein elektrisch betriebene Fahrzeuge gehören bereits zum täglichen Erscheinungsbild des Straßenverkehrs. Kann der Kurzstreckenfahrer sein Elektromobil zuhause, beim Supermarkt oder über Nacht am Straßenrand an bereits üblichen Wechselstromladesäulen aufladen, so erfordern hohes Fahraufkommen (z. B. bei Langstreckenfahrten) spezielle Ladeeinrichtungen. Diese auf eine schnelle Abgabe großer Energiemengen spezialisierten Gleichstrom-Schnellladesäulen ermöglichen es Vielfahrern, Fahrzeugakkus in wenigen Minuten aufzuladen und die Reise zeitnah fortzusetzen.

Das Eichrecht sorgt auch in diesem Fall dafür, dass sich der Kunde auf die richtige Messung der abgegebenen elektrischen Energiemenge verlassen kann. Technisch erfordert dies, die elektrische Energiemenge mit speziellen Gleichstromzählern zu messen. Die bei der Wandlung von Wechselstrom zu Gleichstrom anfallenden hohen Verluste werden dem Kunden auf diese Weise nicht in Rechnung gestellt.

Damit der Kunde darüber hinaus auch nicht für weitere Verluste zur Kasse gebeten wird, die beispielsweise durch den spezifischen Aufbau der Ladesäule verursacht werden können, sind in den Gleichstromzählern häufig komplexe Berechnungs- und Umschaltverfahren implementiert. Die PTB hat Prüfverfahren entwickelt, um solche Funktionalitäten in Gleichstromzählern für Ströme bis 2400 A und Spannungen bis 1500 V bewerten zu können. So kann auch hier der Kunde auf eine korrekte Energiemessung beziehungsweise Rechnungsstellung vertrauen.