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PTB kalibriert Radon-Meßgeräte

06.07.1998

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat ihre Kalibriermöglichkeiten für Meßgeräte im Bereich des Umweltschutzes erweitert. Seit April 1998 können Meßgeräte für die Aktivitätskonzentration von Radon in der PTB kalibriert werden.

Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht im Erdboden aus dem überall vorhandenen Element Uran. Es gelangt zu einem kleinen Anteil an die Erdoberfläche und verbreitet sich in der Luft. Das Radon und seine durch radioaktiven Zerfall entstehenden Folgeprodukte werden von den Menschen eingeatmet. Ca. 40 % der natürlichen Strahlenexposition, der jeder Mensch ausgesetzt ist, werden dadurch verursacht. In einigen besonderen Gebieten, z. B. mit Granituntergrund, mit bergbaulichen Tätigkeiten oder bei Verwendung bestimmter Baustoffe, kann in Häusern durch die Sammelwirkung der Gebäude eine Konzentration der Radioaktivität entstehen, die in Bezug auf den Strahlenschutz beachtet werden muß. Seit einigen Jahren werden in Deutschland in den betroffenen Gebieten ausführliche Untersuchungen zur Aufdeckung von erhöhten Radonkonzentrationen in Wohnräumen durchgeführt. Sie haben das Ziel, gegebenenfalls (nach Empfehlung der Strahlenschutzkommission z. B. bei Radonkonzentrationen größer als 1000 Bq/ m3) Sanierungsmaßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration in den betroffenen Gebäuden zu veranlassen. Vergleichbare Untersuchungen werden seit geraumer Zeit euch in anderen Ländern, z. B. in den USA, Schweden, Großbritannien, Österreich und der Schweiz durchgeführt.

In den letzten Jahren wurden in der PTB Möglichkeiten zur Kalibrierung von Radon-Meßgeräten geschaffen. Es sind mehrere Radonreferenzkammern, (RRK) zur Einstellung definierter Radonfelder mit gut bekannten Radonaktivitätswerten und variablen Umweltparametern (Druck, Temperatur, Luftfeuchte, Aerosolgehalt) aufgebaut worden. Die Werte der Radonaktivität werden durch Verwendung von Radongas-Aktivitätsnormalen der PTB vorgegeben. Für die Weitergabe der Radonaktivitätswerte dienen direktanzeigende Radonmeßgeräte als Gebrauchsnormale. Die Arbeiten wurden u. a. auch vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit durch die Bereitstellung von Forschungsmitteln gefördert.

Mit den Einrichtungen in der PTB können jetzt Radon-Meßgeräte im Meßbereich von 100 Bq/m3 bis 100 kBq/m3 kalibriert werden. Im Bereich von 1 kBq/m3 bis 100 kBq/m3 werden Meßunsicherheiten von 7,5 % bis 5 % erreicht. Für praktische Messungen sind diese Genauigkeiten ausreichend. Für wissenschaftliche Zwecke dagegen ist es schon aus methodischen Gründen von großem Interesse, den Meßbereich zu erweitern und die Meßunsicherheit zu verringern. Dies ist Gegenstand intensiver Forschung in der PTB.

Weitere Informationen:
Abteilung Ionisierende Strahlung, Projekt Umweltradioaktivität
Tel.: 0531-592-6102
Fax.: 0531-592-6109
email: Heinz.Greupner@ptb.de