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Mit Metrologie in die Zukunft - Innovationszentrum für Systemische Metrologie

Innovationszentrum für Systemische Metrologie

Unsere Vision

Copyright: AdobeStock(c)Elnur
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Das wegweisende „Innovationszentrum für Systemische Metrologie“ schafft die Grundlagen für „Messtechnik 4.0“ in der (Mess-)Daten-basierten digitalisierten Welt. Als agiler Katalysator arbeitet das Zentrum eng mit Industrie, Standardisierung und Regelsetzung zusammen. Es hilft, Innovationszyklen für die Mobilität und die Stadt der Zukunft oder personalisierte Medizin zu verkürzen und Qualität „Made in Germany“ in die Zukunft zu führen.

Qualität „Made in Germany“

Vor mehr als einem Jahrhundert erlebte die Welt eine industrielle Revolution. Der deutschen Industrie gelang es damals, die Grundlage für das Qualitätslabel „Made in Germany“ zu legen. Möglich wurde dies vor allem durch wissenschaftlich hinterlegte, moderne und präzise Messtechnik in Verbindung mit Normung von Bauteilen. So konnte eine gleichbleibende, hohe Qualität gewährleistet werden. Dazu trieb die Industrie die Reformation des deutschen Messwesens wegweisend voran. 
Das weltweit erste nationale Metrologieinstitut entstand 1887 als höchste technische und wissenschaftliche Instanz für das Messwesen: die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (heute: Physikalisch-Technische Bundesanstalt, PTB).

Bis heute ist Deutschland auf dieser Basis eine der führenden Innovationsnationen.

Messdaten zu Neuem vernetzen

Und wieder befinden wir uns heute in einem globalen Umbruch größten Ausmaßes. Er erfasst alle Wirtschaftszweige und unser gesamtes alltägliches Leben. Getrieben wird er durch die Vernetzung von Produkten, Menschen und Prozessen im Zuge der Digitalisierung. Aus der Summe der Einzelteile entsteht so synergetisch, disruptiv Neues. Gleichzeitig werden Innovationszyklen immer kürzer.

Und wieder spielt Mess- und Prüftechnik eine entscheidende Rolle – alle innovativen Themenfelder greifen auf große Mengen von komplex miteinander vernetzten (Mess-)Daten zurück: smarte Energienetze, Smart Homes und die Stadt der Zukunft, autonome Fahrzeuge und die Mobilität der Zukunft, automatisierte Produktion, eine Kreislaufökonomie, künstliche Intelligenz-(KI)-basierte personalisierte Medizin oder die Testdaten-basierte Bekämpfung einer Pandemie.

Metrologie neu denken

Und wieder muss als Katalysator das Mess- und Prüfwesen in eine völlig neue, in eine systemische Dimension geführt werden. Es gilt, komplexe Systeme von Messverfahren und Sensoren zu verstehen und zu charakterisieren sowie Vertrauen, Verlässlichkeit und Sicherheit zu garantieren. Die Qualität von vernetzten (Mess-) Daten und von Referenz- und Testdatensätzen sowie das Vertrauen in KI-basierte Entscheidungen müssen gewährleistet sein: Sie sind die Standards – sozusagen das Urkilogramm und das Urmeter – der Metrologie der Zukunft.

Innovationszyklen verkürzen

Innovationszyklen müssen entscheidend verkürzt werden, um die deutsche und europäische Industrie auch aus der aktuellen industriellen Revolution gestärkt hervorgehen zu lassen.

In allen disruptiven Themenfeldern ist eine Vielzahl von Stakeholdern an Entwicklungszyklen beteiligt: von der Innovation bis zum Markt und bei der ständigen Weiterentwicklung auf dem Markt. Eine sequenzielle Qualitätssicherung von der Innovation über Produktentwicklung zu Normung/Regelsetzung und Zulassung bis zum Markteintritt greift nicht mehr.

„Made in Germany“ muss vernetzt und agil gedacht werden: Durch neue Strukturen und Verfahren sind alle Stakeholder fortlaufend einbezogen. Sicherheit und Vertrauen in Daten und Prozesse werden begleitend gewährleistet. Die deutsche und europäische Industrie ist so, auch aufgrund von Sicherheitsstandards, auf dem internationalen Markt jederzeit wettbewerbsfähig.

Systemische Metrologie voranbringen:

Im „Innovationszentrum für Systemische Metrologie (IZSM)“ werden vollständig neue wissenschaftliche und technische Kompetenzen aufgebaut. Die flache Hierarchie und die innovative, projektorientierte Organisationsstruktur des neuen Zentrums garantieren eine schnelle Umsetzung systemischer Kompetenz in die Praxis.

Als Zukunftswerkstatt für Systemische Metrologie und agiler Partner kooperiert es eng mit der Industrie sowie mit Normung, Regelsetzung, Zulassung und Marktüberwachung. Es ist mit der Wissenschaft vernetzt und berät die Politik. Das IZSM unterstützt durch Vorlaufforschung die PTB in ihren neuen hoheitlichen Aufgaben der systemischen Metrologie: die Realisierung, Bewahrung und Weitergabe von Referenzdaten und -verfahren sowie zugehöriger Ergebnisse. Diese wiederum
bilden das Fundament für die Arbeiten des IZSM. So entfalten ISZM und PTB mit komplementären Organisationsformen und Aufträgen ihre Wirkung. Agil, flexibel und offen beschleunigt das IZSM als Katalysator Innovationszyklen für digitale und vernetzte, (Mess-)Daten-basierte Produkte, während die PTB den verlässlichen Rahmen garantiert.

Das IZSM soll zwei Schwerpunkte haben:

  • Grundlagen schaffen: als Kompetenzzentrum für anwendungsübergreifende Forschung und Entwicklung begründet das IZSM das Forschungsgebiet der Systemischen Metrologie und fördert damit
  • Qualitätssicherung für Zukunftstechnologien: durch Begleitung der Industrie in allen Schritten konkreter Entwicklungsprojekte – von der Forschung bis zum Markt

Das IZSM soll als rechtlich eigenständiges Zentrum gegründet werden. Es soll gemeinnützig handeln und somit dauerhaft eine öffentliche Grundförderung erhalten. Auf der Basis von zunächst etwa 50 Mio. € pro Jahr soll ein erfolgsbasiertes Wachstum möglich sein. Es ist geplant, zunächst bis zu 500 Personen zu beschäftigen. Damit werden für das IZSM eigene Gebäude mit Grundausstattung (insgesamt ca. 100 Mio. €) notwendig, vorzugsweise an den beiden Standorten der PTB (Braunschweig und Berlin).