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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Vortrag

Dosimetrie und Aktivitätsmessungen im Untergrundlabor der PTB
Stilllegung der ASSE als neue Aufgabe des BfS

Gemeinsames Kolloquium BfS / PTB

Dienstag, 08. Dezember 2009 14:00
Vortragende/r: Dr. Stefan Neumaier, Dr. Michael Hoffmann
Institut: PTB, AG 6.32 (Hr. Dr. Neumaier), BfS, SE (Hr. Dr. Hoffmann)
Ort: PTB Braunschweig, Chadwick-Bau, Raum 311

Inhalt: Vortrag Dr. S. Neumaier:

Das Untergrundlaboratorium für Dosimetrie und Spektrometrie (UDO) der PTB auf der 490 m-Sohle des ehemaligen Salzbergwerks Asse II bietet aufgrund der dort herrschenden extrem niedrigen Ortsdosisleistung (ODL) einzigartige Möglichkeiten für die Untersuchung und Kalibrierung von hochempfindlichen Dosimetriesystemen, wie sie in der Umgebungsüberwachung eingesetzt werden. Eine Kalibriereinrichtung mit Radionuklidquellen erlaubt hierfür die Erzeugung kollimierter Photonen-strahlungsfelder im ODL-Bereich der natürlichen Umgebungsstrahlung. Die ODL-Werte dieser Felder sind rückführbar auf die Primärnormale der PTB. Die starke Unterdrückung der Myonen-Komponente der Höhenstrahlung in 490 m Tiefe sowie die geringe Eigenaktivität des Steinsalzes ermöglichen es zudem, im UDO-Labor die empfindlichsten Gamma-Spektrometriesysteme in Deutschland zu betreiben.

Im Vortrag werden u. a. die Bedeutung des UDO-Laboratoriums für die Harmoni-sierung der ODL-Frühwarnsysteme in Europa sowie die Beiträge der Aktivitäts-messungen zu europäischen und internationalen Forschungsvorhaben diskutiert.

Inhalt: Vortrag Dr. M. Hoffmann:

Zum 1. Januar 2009 hat die Bundesregierung die Verantwortung für die Asse II vom Bundesforschungs- auf das Bundesumweltministerium übertragen. Seitdem ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Betreiber der Anlage, und die Asse II untersteht den selben Regeln wie alle anderen Endlager für radioaktive Abfälle in Deutschland. Das BfS stellt sich damit drei entscheidenden Aufgaben:

1. Herstellung der Langzeitsicherheit: Die Herausforderung dabei ist, die radioaktive Strahlung der Abfälle in der Schachtanlage von der Biosphäre abzuschirmen. Es darf zu keinem Zeitpunkt unkontrolliert Radioaktivität in einem unzulässigem Umfang aus den Abfällen an die Umwelt gelangen.

2. Strahlenschutz: Das BfS ergreift alle Mittel, um die Strahlenbelastung der Bevölkerung und der Mitarbeiter unter Tage so niedrig wie möglich zu halten. Keine Maßnahme zur Sicherung oder Schließung der Asse darf Menschen vermeidbaren Gefahren aussetzen.

3. Öffentlichkeitsbeteiligung: Bei der Schließung der Asse ist die Öffentlichkeit von Anfang an Partner des BfS. Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Rechtsanspruch auf Information und Beteiligung im Planfeststellungsverfahren zur Schließung der Schachtanlage. Der Vortrag gibt einen detaillierten Überblick über die zu lösenden Probleme und Aufgaben sowie stellt den Stand der Arbeiten des BfS bei der Überführung der Schachtanlage Asse II in ein Endlager für radioaktive Abfälle nach Atomrecht dar.



© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Letzte Änderung: 2010-02-16Seite drucken Druckansicht