Zur gleichzeitigen Spektrometrie von Neutronen
und Photonen in gemischten Feldern wird ein Spektrometer mit dem Flüssigszintillator NE213
verwendet. Die Trennung der durch Photonen bzw.
Neutronen verursachten Ereignisse erfolgt durch eine
schnelle analoge Pulsformanalyse der Messsignale, die mit einem Mehrparameter-Messdatenaufnahme-
system aufgenommen werden. Die weitere Analyse erfolgt getrennt für Photonen- und Neutronenereignisse. Dabei werden die Energiebereiche 0,1 MeV bis 10 MeV für Photonen und 1 MeV bis 20 MeV für Neutronen erfasst.
Eine Voraussetzung für die Spektrometrie ist die genaue Kenntnis des Ansprechvermögens des Spektrometers für beide Strahlenarten. Mit dem berechneten energieabhängigen Anspechvermögen (dafür werden Monte-Carlo-Verfahren eingesetzt: NRESP für Neutronen, PHRESP für Photonen) und den gemessenen Pulshöhenspektren der Neutronen und Photonen werden die spektralen Fluenzen durch Anwendung mathematischer Entfaltungsverfahren ermittelt, die auf verschiedenen Prinzipien beruhen.
Das Szintillationsspektrometer wird u.a. eingesetzt zur Charakterisierung der gemischten Strahlungsfelder aus Radionuklid-Neutronenquellen. Aus den gemessenen Fluenzen und den energieabhängigen Fluenz-zu-Dosis Konversionsfaktoren ergeben sich die Dosisanteile der Neutronen und Photonen dieser Strahlungsfelder, die für die Kalibrierung von Neutronen-Ortsdosimetern und für Vergleichsbestrahlungen der amtlichen Neutronen-Personendosimeter genutzt werden.
Literatur:
H. Klein, S. Neumann: Neutron and photon spectrometry with liquid scintillation detectors in mixed fields, Nucl. Instrum. Meth. (in print)
M. Matzke: Unfolding of Pulse Height Spectra: The HEPRO Program System, PTB-Bericht,
N-19, 1994
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Dr. Andreas Zimbal
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