Physikalische Zündvorgänge
Prüfverfahren für triboelektrische Sprüheinrichtungen
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Triboelektrische Sprüheinrichtungen werden in der Lackiertechnik verwendet, um Pulverlacke
durch Reibung an einem Kunststoffrohr aufzuladen. Die dabei entstehenden elektrostatischen
Aufladungen sind potenziell zündfähig und müssen begrenzt werden. Es wurde ein Prüfaufbau
und ein Verfahren für die EG-Baumusterprüfung auf Grundlage der DIN EN 50050:2007 "Elektrische
Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche - Elektrostatische Handsprüheinrichtungen"
entwickelt.
Die Prüfeinrichtung besteht aus einem Minizyklon, einem Ladungs-, Strom- und Zeitmessgerät
(IQt-Messgerät), einem Amperemeter, einem Datenschreiber, sowie aus einem Fluidisierungsbehälter,
der eine Fluidisierung des verwendeten Pulvers bewirkt. Bei der Durchführung der Prüfung muss
insbesondere darauf geachtet werden, dass das Pulver nicht agglomeriert. Außerdem sollte ein
Pulver verwendet werden, das den höchstmöglichen Tribostrom liefert, damit das Gerät ohne
Einschränkungen mit allen Pulverlacken eingesetzt werden kann.
Bild 1: Provozierter Tribostrom einer triboelektrischen Sprühpistole als Funktion des Ejektordrucks (Fördermenge) bei verschiedenen Pulvern
Dazu wurden verschiedene Pulver bezüglich ihrer Aufladbarkeit untersucht (Bild 1). Neben
entzündlichen Epoxid- und Polyesterpulverlacken, sowie Epoxid-Polyester-Mischpulverlacken
wurden auch nichtentzündliche Polyamid-12-Pulver verwendet. Untersuchungen mit verschiedenen
Ejektordrücken stellen einen Zusammenhang zwischen Fördermenge und provoziertem Tribostrom
her. Das Polyamid-12-Pulver Vestosint 5151 der Fa. Degussa liefert die höchste Aufladung und
zeigt darüber hinaus ein lineares Ansteigen des Tribostromes mit der Fördermenge. Es wird
daher künftig für die Bestimmung des Tribostromes verwendet.
Bild 2: Pulvermessplatz
Die Prüfeinrichtung und -verfahren wurden mittels einer Koronasprühpistole mit bekannten
Spannungen und Strömen an der Zündgrenze validiert. Zur effektiven Qualitätskontrolle des
Polyamid-12-Pulvers wird ein Pulvermessplatz verwendet (Bild 2). Die Arbeitsgruppe "Physikalische
Zündvorgänge" hat erste EG-Baumusterprüfungen erfolgreich durchgeführt und besitzt derzeit
als einzige Benannte Stelle nach Richtlinie 94/9/EG einen solchen Prüfaufbau.
Kontakt
| Ansprechpartner |
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Dieter Möckel
Tel.: 0531-592-3434
eMail: Dieter Möckel |
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Anschrift |
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Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Arbeitsgruppe 3.73
Bundesallee 100
38116 Braunschweig
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