| Forschungsnachrichten der Abteilung 1 | |||
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Schallschutzschirme erfolgreich im Orchestereinsatz erprobt |
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Nach Einführung der neuen
EU-Richtlinie 2003/10/EG zum Lärmschutz am Arbeitsplatz war in
einem Gemeinschaftsprojekt der AG 1.63 "Geräuschmesstechnik" mit
den Städtischen Bühnen Münster und der Unfallkasse NRW
ein Schallschutzschirm für Orchestermusiker entwickelt worden. Die
in Labormessungen bereits ermittelten Schalldämmwerte konnten nun
auch durch Messungen während einer Orchesterprobe bei den
Städtischen Bühnen Münster/Westfalen bestätigt
werden. |
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| Hierzu wurde eine laute Passage im ersten Satz
der 9. Sinfonie von Anton Bruckner unter vier verschiedenen Bedingungen
gespielt, die gleichzeitig mit acht kalibrierten Mikrofonen aufgenommen
und ausgewertet wurde: 1. ohne Schallschutzschirme, 2. mit kommerziell erhältlichen gebogenen Schallschutzschirmen, die in Kopfnähe hinter den einzelnen Musikern aufgestellt wurden, 3. mit ebenen Schallschutzschirmen, die nach Angaben der Musiker in der Bühnenwerkstatt angefertigt worden waren, 4. mit den in der AG 1.63 entwickelten großflächigen Schallschutzschirmen. In Bild 1 ist die gemessene Schallpegeldifferenz der Messwerte mit und ohne Schirm an verschiedenen Positionen im Orchester dargestellt, wobei negative Werte eine Verringerung der akustischen Belastung bedeuten. Ziel war es, die hohen Pegel der nach vorne abstrahlenden Blechbläser (Posaunen und Trompeten) von den Ohren der hiervon am stärksten betroffenen Holzbläser wie Klarinetten, Oboen und Fagotte fernzuhalten. Die Messpunkte waren zu diesem Zweck bei den Blechbläsern und Holzbläsern sowie an einem Punkt mitten im Orchester (Streicher) und beim Dirigenten ausgewählt worden. Gemessen wurde jeweils der Pegelmittelwert LAeqT über einen Zeitraum von 30 s, wobei am Ohr der Holzbläser Werte von bis zu 104 dB(A) registriert wurden. |
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| Bild 1: Schalldämmwirkung verschiedener Schallschutzschirmtypen gemessen an acht Positionen im Sinfonieorchester |
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| Die dargestellten Messergebnisse dokumentieren
deutlich, dass das Ziel der Pegelreduzierung bei den Holzbläsern
mit Werten von bis zu 12,5 dB mit Hilfe der PTB-Schirmen wesentlich
besser erreicht werden kann als mit den bisher verwendeten
kleinflächigen Modellen. Die von den Blechbläsern
befürchtete Pegelerhöhung durch die vor Ihnen aufgestellten
Schirme konnte nicht festgestellt werden. Selbst beim Dirigenten und am
Messpunkt bei den Streichern wurde eine Reduzierung um 2 dB gemessen,
wodurch die Klangbalance im Probenbetrieb nur geringfügig
verändert wird. Die hier gezeigten Werte gelten für den Fall,
dass nur die Blechbläser spielen. Messungen mit dem ganzen
Orchester ("tutti") ergaben erwartungsgemäß um 3-6 dB
geringere Pegeldifferenzen, da in diesem Fall auch der von den
Holzbläsern erzeugte Schall gemessen wird. |
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| Ansprechpartner: | |||
Ingolf Bork, FB1.6, AG 1.63, E-Mail: Ingolf.Bork@ptb.de
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