Arbeitgruppe
1.73
Raumakustik
Round Robin (Ringvergleich)
Architekten und
bautechnische Beratungsbüros setzen in der Bauplanung zunehmend den Computer ein, um die
akustischen Qualitäten eines Raumes, etwa eines Konzertsaales, vorherzusagen. Noch ist
allerdings keine Software in der Lage, einen gut ausgebildeten und erfahrenen Akustiker zu
ersetzen. Für Entwickler und Anwender ist es deshalb von großer Bedeutung, zu erfahren,
wie stark ihre berechneten akustischen Parameter von den an
realen Objekten gemessenen abweichen.
Die PTB hatte als neutrale und unabhängige
Fachinstitution aus diesem Grunde bereits 1994 den ersten internationalen Ringvergleich
"Round Robin 1"
gestartet, bei dem sich insgesamt 16 Teilnehmer aus 7 Ländern beteiligten. Als
Prüfobjekt war der Hörsaal der PTB in seinem damaligen Aufbau ausgewählt worden, für
den die Parameter T30, EDT, D50,
C80 TS, G, LF und LFC im 1 kHz-Oktavband zu berechnen waren.
Die Ergebnisse hatten gezeigt, daß die
Abweichungen zwischen den Berechnungen der einzelnen Teilnehmer teilweise so groß waren,
daß sich kaum eine zuverlässige einheitliche Prognose für den Hörsaal hätte ableiten
lassen.
1996-98 führte dann die PTB einen erneuten
internationalen Ringvergleich "Round
Robin 2" durch, bei dem 16 Teilnehmer aus 9 Ländern mit insgesamt 13
verschiedenen Computerprogrammen teilnahmen. Diesmal war das Testobjekt die ELMIA-Halle,
ein Konzertsaal im schwedischen Jönköping. Die Ergebnisse dieses Ringvergleiches waren
zwar schon viel besser ausgefallen als beim "Round Robin 1", aber die sehr
komplexe Struktur der ELMIA-Halle brachte eine große Zahl von Fehlerquellen mit sich.
Die PTB entschied sich deshalb auf Wunsch der
Betroffenen, einen neuen Ringvergleich "Round Robin 3" zu starten, der einen Prüfraum mit
relativ einfacher Gestaltung der Raumbegrenzungen verwendet. Dies ist das Studio der PTB,
das in drei Phasen berechnet werden sollte. Zunächst in der ersten Phase das Studio mit
glatten Wänden, Decke und Fußboden (7 Flächen) mit einheitlichen Absorptionswerten. In
Phase 2 wird das reale Studio berechnet, Koordinaten und Absorptionsgrade werden
vorgegeben, die Diffusorelemente an Decke und einer der Wände werden durch jeweils eine
Fläche mit gegebenem Streugrad angenähert, der in Modellversuchen ermittelt wurde.
Schließlich die komplette reale Raumgeometrie mit den zuvor verwendeten Daten. In Phase 2
und 3 wurden sowohl mit geschlossenen (Vorh. zu) als auch mit geöffneten Vorhängen
(auf) simuliert: Dieser Ringvergleich ist abgeschlossen. Die aktuellen Ergebnisse sind auf
den englischen Seiten herunterzuladen.
Diejenigen Interessenten, die nicht am
Ringvergleich teilnehmen wollten, aber dennoch die relevanten Berechnungen für ein Selbststudium durchführen
möchten, können die notwendigen Informationen hier finden.
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