Arbeitsgruppe
1.73
Raumakustik
Auralisation
Ein wertvolles Hilfsmittel für die
Dokumentation raumakustischer Maßnahmen stellt die Auralisation dar. Hierunter versteht
man die Vermittlung eines Höreindrucks in einem Raum meist in Form einer stereophonen
Kunstkopfaufnahme. Solche Aufnahmen können direkt in einem realen Raum mit einem
Kunstkopf entstanden sein oder auch durch Simulation der akustischen Bedingungen in einem
virtuellen Raum, wie er bei der raumakustischen Simulation üblicherweise in einem
Computer erstellt wird. Virtuelle Kunstkopfaufnahmen berücksichtigen den Schalleinfall
aus verschiedenen Raumrichtungen durch entsprechende Außenohrübertragungsfunktionen
(AOÜF) (englisch: Head related transfer functions, HRTF).
Alle räumliche Information, die zur
Beschreibung des Schallweges von einem Sender (S) zu einem Empfänger/Kunstkopf (R)
erforderlich ist, steckt in der stereophonen Impulsantwort,
die sich mit Hilfe heute üblicher Messverfahren leicht messen bzw. simulieren läßt.
Durch einen Faltungsprozess, der sich mit heutigen Rechnern relativ einfach realisieren
läßt, können beliebige Quellsignale - möglichst ohne
räumliche Information (d.h. im Freifeld aufgenommen) - mit der Impulsantwort verarbeitet
werden (siehe Foto). Wurde bei der Erstellung der
Impulsantwort auch die Richtungsabhängigkeit der Schallabstrahlung der Quelle
berücksichtigt, so ergibt sich als Ergebnis der Faltung ein Klangsignal,
das beim Abhören über einen geeignet entzerrten Kopfhörer den akustischen Eindruck
vermittelt, als befände man sich als Hörer im gleichen Raum wie die Schallquelle (siehe Foto). In vielen Fällen handelt es sich bei den
Schallquellen um Musikinstrumente, deren Richtcharakteristiken eine große Rolle spielen
und dem Fachgebiet der Musikakustik entnommen werden.
Diese Auralisation gibt uns die Möglichkeit,
in einen simulierten Raum "hineinzuhören", und stellt damit ein weiteres
Qualitätskriterium beim Vergleich von Raumsimulationssoftware dar. Schallsignale, die in
hallfreier Umgebung aufgenommen und mit der Impulsantwort des Raumes gefaltet worden sind
werden unter Berücksichtigung der Kunstkopfeigenschaften auf das Abhören mit Kopfhörer
angepaßt. Derartiges Material aus der ELMIA-Halle kann hier
heruntergeladen werden.
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