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Vortrag

Datum: 27.3.2007
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Ort: PTB, Vieweg-Bau, Raum 133
Titel: Objektive Audiometrie: Die diagnostische Nutzung messbarer Korrelate des Hörvermögens
Vortragender: Prof. Dr. Sebastian Hoth
Univ.-HNO-Klinik Heidelberg
   
Abstract:

Die praktische Audiometrie bedient sich einerseits subjektiver psychoakustischer Tests, bei denen die Patienten nach ihren Hörempfindungen befragt werden, und andererseits objektiver Methoden, bei denen diverse physiologische Signale, die mit dem Hörvorgang einhergehen und für ihn relevant sind, gemessen werden. Zur objektiven Audiometrie gehören neben der hier nicht näher betrachteten Impedanzaudiometrie der Nachweis von otoakustischen Emissionen (OAE) und akustisch evozierten Potentialen (AEP). In beiden Fällen fordert der Umstand, dass die nachzuweisenden Signale eine kleine Amplitude (Größenordnung 0.1 mPa bzw. 0.1 µV) aufweisen und von Störeinflüssen überlagert sind, einen relativ großen aber auch unter Praxisbedingungen durchaus zu bewältigenden Aufwand an Messtechnik, Signalverarbeitung und Signalerkennung.

Ursprung der evozierten Signale des Hörsystems sind die mechanischen Vorgänge bei der aktiven, nichtlinearen Verstärkung des Schallsignals im Innenohr (OAE) und die elektrischen Vorgänge bei der Verarbeitung und Weiterleitung der neuronalen Erregung vom Hörnerven bis zur Großhirnrinde (AEP). Die OAE werden von den äußeren Haarsinneszellen des Innenohres erzeugt und über die Gehörknöchelchen und das Trommelfell in den äußeren Gehörgang übertragen, wo sie mit Hilfe eines empfindlichen Sondenmikrophons registriert werden können. Zur Registrierung der AEP wird das Elektroencephalogramm (EEG) mit Hilfe von Oberflächenelektroden von der Kopfhaut abgegriffen.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete der objektiven Audiometrie sind die Früherkennung angeborener kindlicher Hörstörungen, die Objektivierung der Hörschwelle in der Pädaudiologie und die Differentialdiagnose zur Unterscheidung zwischen innenohrbedingten (z.B. durch Lärm verursachten) und retrocochleären (z. B. durch einen Tumor verursachten) Hörstörungen. Unzureichend ist derzeit noch die quantitative Erfassung von Hörminderungen im Tieftonbereich. Für die Zukunft zeichnen sich methodische Erweiterungen zur Schließung dieser Lücke ab.

Veranstalter: Abt. 1
© Physikalisch-Technische Bundesanstalt     WEB-Redaktion
Erstellt: 2007-02-14, letzte Änderung: 2007-02-14, Volker Großmann
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