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Presseinformation der PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt)

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Ernst O. Göbel, Präsident der PTB, geht in den Ruhestand

Verabschiedung nach über 16-jähriger Amtszeit / Festveranstaltung am 20. Januar 2012 mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

20.1.2012

[ptb/jes]

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Ernst O. Göbel geht nach über 16-jähriger Amtszeit als PTB-Präsident in den Ruhestand.
(Foto: PTB)
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Wer über 16 Jahre die Geschicke einer Institution wie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) geleitet hat, kann mit Stolz und Gelassen­heit in den Ruhestand gehen, wenn eben dieser Institution von allen Seiten viel Lob zuteil wird. Und da der PTB sehr gute bis exzellente Leistun­gen bescheinigt werden, so geschehen etwa bei der Evaluation der PTB durch den Wissen­schafts­rat, kann Prof. Dr. Ernst O. Göbel die Amts­ge­schäf­te beruhigt an seinen Nachfolger, Prof. Dr. Joachim Ullrich, weitergeben, da er ihm eine PTB hinterlässt, die für die anstehenden Aufgaben gut gerüstet ist. "Professor Göbel hat in seinen 16 Jah­ren als Präsident der PTB ihren Ruf als exzellen­tes Forschungsinstitut der Metrologie sowie als zu­ver­lässiger und kompetenter Diens­tleister in allen Fragen der Messtechnik national und international befördert. Dafür gebührt ihm höchste An­er­ken­nung", sagte Bundes­wirt­schafts­mi­nister Dr. Philipp Rösler bei einer Festveranstaltung zum Prä­si­den­ten­wechsel am 20. Januar im Hörsaal der PTB.

Neben dem Bundeswirtschaftsminister und dem Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Dr. Gert Hoffmann, gehörten auch zahlreiche prominente Gäste aus der Wissenschaftslandschaft, wie der Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing (Max-Planck-Institut für Festkörperforschung) und die Universitätspräsidenten Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hesselbach (TU Braunschweig) und Prof. Dr.-Ing. Erich Barke (Leibniz Universität Hannover) zu den Rednern bei der Festveranstaltung, die allesamt mit lobenden Worten nicht sparten. Und auch aus der PTB selbst klingen die 16 Jahre Göbel`scher Amtszeit als überaus positives Echo nach: "Herr Göbel hat neben der zukunftsorientierten fachlichen Ausrichtung der PTB auch die hohe Kultur des Miteinanderumgehens und des gegenseitigen Respekts sehr stark geprägt – dies ist in der heutigen Zeit der Leistungsgesellschaft keine Selbstverständlichkeit", wie es PTB-Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Peters ausdrückte.

Angefangen hat Prof. Göbels Ägide wenige Jahre nach der Wiedervereinigung, wo eine der Aufgaben die Konsolidierung der zusammengelegten Metrologieinstitute der beiden deutschen Staaten war. Als wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der PTB wurde auf sein Bestreben hin im Jahre 2002 die PTB von einer internationalen Expertenkommission evaluiert, mit hervorragendem Ergebnis. Die Anregungen des Evaluationspanels für die fachliche und organisatorische Weiterentwicklung wurden 2003 mit einer Reform der Aufbauorganisation und der Entscheidungswege umgesetzt und so die Schlagkraft und die Flexibilität der PTB erhöht.

Ein Dauerthema während der Präsidentschaft von Prof. Göbel war der von außen verordnete Zwang zum Stellenabbau. Eine umfassende Aufgabenkritik 2006 stellte alle Aktivitäten der PTB auf den Prüfstand und führte zur Einstellung vieler Tätigkeiten, um der stetig sinkenden Personalausstattung Rechnung zu tragen, aber auch zum Ausbau strategischer Felder. Es ist ein Zeichen für den kooperativen Führungsstil, der von Prof. Göbel praktiziert wurde, dass dieser Prozess, ebenso wie seine 2010 erforderlich gewordene zweite Auflage, PTB-weit mitgetragen wurde. Insgesamt ist die PTB trotz der Reduktion im Personalbestand gestärkt aus dieser Phase hervorgegangen. Dies wurde auch vom Wissenschaftsrat bestätigt, der die Forschung der PTB 2007 evaluierte und ihr sehr gute bis exzellente Leistungen bescheinigte.

In der Amtszeit von Prof. Göbel wurde die Einbindung der PTB in das europäische und das inter­na­tio­nale Um­feld vorangetrieben. Er engagierte sich kontinuierlich für die internationale Meterkonvention, deren Präsident er zudem von 2004 bis 2010 war. Die Gründung von EURAMET e. V. und die Auf­stel­lung und Umsetzung eines gemeinsamen europäischen Metrologieforschungsprogramms (EMRP) waren wichtige Beiträge zu einer vertieften Kooperation und Arbeitsteilung der europäischen Metro­lo­gie­in­sti­tute. Rösler resümierte deshalb mit gutem Grund: "Die PTB trägt durch die weltweite Har­mo­ni­sie­rung des Messwesens wesentlich zum Erfolg der exportorientierten deutschen Wirtschaft bei. "

Professor Göbel blieb auch als Leiter einer großen Behörde immer durch und durch Wissenschaftler, der stets darauf achtete, den wissenschaftlichen Anspruch der PTB-Arbeiten hochzuhalten. Es war ihm wichtig, Nachwuchswissenschaftler an die PTB zu binden und den Kontakt zur Bevölkerung und zur Wissenschaftslandschaft in Deutschland und der Welt zu stärken. Dass es unter der Prä­sident­schaft von Prof. Göbel gelungen ist, die Führungsrolle der PTB in der internationalen Metrologie zu halten und sogar weiter auszubauen, zeigte sich nicht zuletzt am steten Strom hochrangiger ausländischer Gäste.

Prof. Göbels Nachfolger im Amt ist der Physiker Prof. Dr. Joachim Ullrich, der vom Max-Planck-Insti­tut für Kernphysik (MPIK), Heidelberg, zur PTB wechselt. Bundesminister Rösler: "Mit Professor Ullrich konnten wir nun einen herausragenden Physiker als Nachfolger für das Amt gewinnen. Er wird der 14. Präsident in der 125-jährigen Geschichte der PTB." Ullrich, Jahrgang 1956, war am MPIK seit zehn Jahren Direktor und Wissenschaftliches Mitglied und leitete dort die Abteilung "Experimentelle Mehrteilchen-Quantendynamik". Seine physikalische Heimat hat Joachim Ullrich in der Atom-, Mole­kül- und Laserphysik sowie in der Präzisions-Spektroskopie. "Ich wünsche meinem Nachfolger alles Gute, viel Erfolg in seinem neuen Amt und stets ein gutes Gespür für den richtigen metro­lo­gi­schen Kurs", sagt Ernst Göbel, der seinem Kollegen eine international bestens aufgestellte PTB übergibt.


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